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Microsoft und SAP gegen Oracle

29.10.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Microsoft und SAP wollen in Europa gemeinsam gegen Oracle antreten, um der Ellison-Company im lukrativen Datenbank-Geschäft das Wasser abzugraben. Beide vereinbarten, SAPs Internet-Business-Lösung "Mysap.com" gemeinsam mit dem NT-Nachfolger Windows 2000 und Microsofts Datenbank-Konkurrenzprodukt SQL Server 7.0 zu vermarkten. Die Vereinbarung gilt bislang für Europa, den Mittleren Osten und Afrika, könnte aber nach den Worten von SAP-Manager Leo Apotheker auch auf die USA und andere Regionen ausgedehnt werden.

Microsofts Datenbank ist für SAP insofern von Bedeutung, als heute ungefähr 75 Prozent aller R/3-Installationen auf der Oracle-Datenbank aufsetzen. Oracle bietet aber auch Applikationen an, die direkt mit SAPs Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Software konkurrieren. Mit jeder R/3-Installation auf Basis der Oracle-Datenbank öffnet sich so indirekt auch eine Tür, durch die die Ellison-Company in Unternehmen schlüpfen kann.

Natürlich, sagte Apotheker, werde man Kunden, die Oracles Datenbank wollen, keine Steine in den Weg legen. Aber man wolle schon versuchen, die Verkäufe der R/3 zugrundeliegenden Datenbankprodukte "etwas ausgeglichener" zu gestalten. Microsoft andererseits versucht verzweifelt, seinen SQL Server sichtbarer im Feld der zeitkritischen Datenbankanwendungen zu plazieren. Auf diesem Gebiet dominiert Oracle bislang eindeutig.