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Microsoft und AOL streiten um Instant Messaging

26.07.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - America Online (AOL) ist mächtig sauer auf Microsoft. Grund ist der "MSN Messenger", den die Gates-Company am vergangenen Donnerstag veröffentlicht hat (CW Infonet berichtete). In seinen neuen Instant-Messaging-Client hat Microsoft nämlich ungefragt auch gleich eine Funktion für den Zugriff auf die Benutzerkonten des konkurrierenden "Instant Messenger" von AOL eingebaut, der unter anderem zusammen mit dem "Communicator" von Netscape oder dem "Real Player G2" von Real Networks unters Volk gebracht wird. Diese "Amtsanmaßung" will sich der weltgrößte Online-Dienst natürlich nicht bieten lassen. Er hat im Laufe des Wochenendes bereits zweimal das Login-Verfahren seines Produkts geändert, um Nutzer des MSN Messenger den Zugriff zu verwehren. Microsoft

ließ sich nicht lange bitten und konterte jeweils mit passenden Updates - anscheinend will man mit allen Mitteln AOL das Wasser beziehungsweise Marktanteile abgraben. Zumindest hat AOL mit dem von der israelischen Softwareschmiede Mirabilis übernommenen "ICQ" ein weiteres heißes Eisen im Instant-Messaging-Feuer, das Microsoft bislang noch nicht angerührt hat. Man darf gespannt sein, wie weit die Eskalation noch geht...