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Microsoft stellt Back Office 2000 fertig

08.05.2001
Rund ein Jahr nach dem Erscheinen von Windows 2000 aktualisiert Microsoft sein darauf aufbauendes Server-Paket. Neben dem Update der darin enthaltenen Anwendungen betreffen die Neuerungen primär das gemeinsame Installationsprogramm sowie die Lizenzbestimmungen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Rund ein Jahr nach dem Erscheinen von Windows 2000 aktualisiert Microsoft sein darauf aufbauendes Server-Paket. Neben dem Update der darin enthaltenen Anwendungen betreffen die Neuerungen primär das gemeinsame Installationsprogramm sowie die Lizenzbestimmungen.

Als Vorzug gegenüber den separaten Produkten aus seinem Server-Portfolio bewarb Microsoft beim "Back Office Server" stets die enge Integration der Produkte. Andererseits ist das Server-Bundle nicht als Ersatz für die Stand-alone-Produkte gedacht, sondern eignet sich vornehmlich für kleinere Installationen. Dies spiegelt sich in den lizenzrechtlichen Beschränkungen des Pakets wider. Schließlich unterliegt das Bundle eigenen Update-Zwängen, weil die darin zusammengefassten Produkte nicht in beliebigen Versionen kombiniert werden können.

Diese drei Aspekte, die Integration über eine gemeinsame Installationsroutine, lizenzrechtliche Einschränkungen und ein eigener Update-Zyklus kennzeichnen auch den aktuell fertig gestellten "Back Office Server 2000". Die Freigabe mehr als ein Jahr nach dem Erscheinen von Windows 2000 erklärt sich damit, dass die Gates-Firma erst alle im Paket enthaltenen Server-Angebote für das neue Betriebssystem aktualisieren musste. Das mitgelieferte OS selbst, der "Windows 2000 Server", enthält bereits das Service Pack 1. Zum Paket gehören noch der "SQL Server 2000 Standard Edition", "Exchance 2000", der Internet-Proxy-Server "Internet Security and Acceleration Server 2000", der "Systems Management Server 2.0", der "Host Integration Server 2000" sowie Einzelplatzlizenzen von "Frontpage 2000" und "Outlook 2000".

Verteilte Installation gestattet

Da die wesentlichen Neuerungen des Pakets durch die Updates der darin enthaltenen Produkte zustande kommen, blieben für Innovationen des Back Office Server nur mehr das gemeinsame Setup, zusätzliche Management-Tools und die Lizenzbestimmungen. Bei Letzteren weicht Microsoft von der bisherigen Limitierung ab, dass alle Anwendungen des Pakets gemeinsam auf einem Rechner installiert werden müssen. In der aktuellen Version erlaubt der Softwareriese eine Verteilung der mitgelieferten Programme auf bis zu drei Rechner.

Diese Änderung soll den Back Office Server klarer vom "Small Business Server" abgrenzen und gleichzeitig den neuen Limits des Windows-2000-Server in puncto symmetrisches Multiprocessing Rechnung tragen. Während nämlich der NT 4.0-Server noch bis zu vier CPUs unterstützte, lassen sich mit dem im Back-Office-Paket gelieferten Windows 2000 Server nur mehr zwei Prozessoren ansprechen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum "Small Business Server 2000", nämlich über das Active Directory mehr als einen Domänenbaum darstellen zu können und mehr als 50 Clients zuzulassen, hätte bei der Beschränkung auf eine Zwei-CPU-Maschine kaum noch praktische Relevanz.

Unterstützung vom Setup-Assistenten

Diese lizenzrechtliche Änderung schlägt sich in einer Neuerung des Back-Office-Setups wieder, das nun einen Multi-Server-Planungsassistenten umfasst. Damit lassen sich verteilte Konfigurationen planen, indem beispielsweise abhängig von der jeweiligen Hardware festgelegt werden kann, welches Programm auf welchem Computer eingerichtet wird. Außerdem versetzt es Administratoren in die Lage, einzelne Anwendungen nachträglich auf andere Maschinen zu verschieben. Das Installationsprogramm wurde auch so erweitert, dass es nicht nur das Update von den Vorgängerversionen 4.0 und 4.5 bewältigt, sondern Back Office 2000 zusätzlich über die Small-Business-Ausführung einrichten kann. Zum Lieferumfang gehören auch eine Reihe von Service-Packs für ältere Microsoft-Produkte, die im Rahmen einer inkrementellen Aktualisierung eingespielt werden.

Gegenüber der Vorgängerversion verbesserte Microsoft auch die Möglichkeiten zur Systemverwaltung. Fortschritte bei der Fernadministration ergaben sich von selbst durch die in Windows 2000 integrierten Terminaldienste, für die der Back Office Server zwei Lizenzen ausschließlich für diesen Zweck beinhaltet. Daneben ergänzte der Hersteller das Server-Paket um das Überwachungs-Tool "Health Monitor 2.1", das Systemdaten sammelt und den Status der Server in einer zentralen Ansicht zusammenfasst. Dort lassen sich Benachrichtungs-Aktionen definieren, die bei Auftreten vordefinierter Ereignisse E-Mails an den Systemverwalter senden, Skripts starten oder Befehlszeilenkommandos ausführen.

Weitere Informationen zu Back Office Server 2000 finden sich unter http://www.microsoft.com/germany/produkte/overview.asp?siteid=10615.