Standardbrowser in Windows 11

Microsoft rudert bei Edge zurück

06.12.2021
Von 
Beate Wöhe leitet als Director Experts Network das IDG Experten-Netzwerk für alle Online-Portale der IDG Tech Media GmbH. Sie hat diese Position nach über zehnjähriger Tätigkeit als Redakteurin und leitende Redakteurin des IDG-Titels ChannelPartner im Juli 2014 übernommen. Ihr obliegt die Betreuung der Experten sowie der weitere Ausbau der Community.
Microsoft reagiert auf Kritik und will es wieder einfacher machen, in Windows 11 auch andere Browser als Edge als Standard zu verwenden.
Jeder Internetnutzer hat seinen Lieblings-Browser. Die Einstellung sollte daher möglichst einfach sein.
Jeder Internetnutzer hat seinen Lieblings-Browser. Die Einstellung sollte daher möglichst einfach sein.
Foto: Koshiro K - shutterstock.com

Wie das Tech-Magazin The Verge mitteilt, macht Microsoft einen Rückzieher bei den Änderungen an Windows 11, die den Wechsel des Standard-Browsers erschwert haben. Auf der Testplattform von Windows 11 ist es für Nutzer von Chrome, Firefox und anderen Browsern nun bereits möglich, den Standard-Browser mit einem einzigen Klick festzulegen. Entdeckt hat diese geplanten Änderungen in Windows 11 der Entwickler Rafael Rivera:

Anstatt einzelne Dateierweiterungen oder Steuerungsprogramme für HTTP, HTTPS, .HTML und .HTM ändern zu müssen, bietet Windows 11 nun eine einfache Schaltfläche, mit der man den Standardbrowser ähnlich wie in Windows 10 wechseln kann.

Microsoft hat bestätigt, dass die Änderungen beabsichtigt sind und derzeit getestet werden. "In der Windows 11 Insider Preview Build 22509 haben wir die Möglichkeit für Windows Insider optimiert, den Standard-Browser auf Apps zu setzen, die sich für HTTP:, HTTPS:, .HTM und .HTML registrieren", erklärt Aaron Woodman, Vice President of Windows Marketing, in einem Statement gegenüber The Verge.

Lesetipp: Droht Microsoft ein neues Browser-Fiasko?

Kritik aus dem Wettbewerberumfeld

Ursprünglich verteidigte Microsoft seine Entscheidung, den Wechsel der Standardeinstellungen zu erschweren, indem es mitteilte, dass es "das Kundenfeedback umsetzt, um die Standardeinstellungen auf der Detailebene anzupassen und zu kontrollieren." Konkurrierende Browser-Hersteller waren jedoch nicht glücklich mit diesen Änderungen, und Mozilla, Brave und sogar Googles Chef für Chrome und Android kritisierten Microsofts Ansatz für Standard-Apps.

Zwar bietet Windows 11 derzeit eine Eingabeaufforderung an, wenn ein konkurrierender Browser installiert wurde. Diese wird aber nur ausgelöst, wenn Anwender über einen Link außerhalb eines Browsers ein HTML-Dokument öffnen oder versuchen auf Browser-Protokolle und Dateien zuzugreifen. Dann ermöglicht es eine Eingabeaufforderung, eine Datei oder einen Link in einem anderen Browser zu öffnen und bietet über eine Checkbox an, Dateien dieses Typs immer mit diesem Programm zu öffnen. Wird allerdings vergessen, das Kontrollkästchen zu aktivieren, muss eine Änderung im Menü Einstellungen in Windows 11 durch eine Reihe von Optionen manuell konfiguriert werden.

Diese neuen Windows-11-Änderungen, die das Umschalten zwischen Standard-Apps und -Browsern erleichtern sollen, befinden sich laut Microsoft noch im Test. Der Hersteller hat noch kein Veröffentlichungsdatum bekannt gegeben. The Verge geht davon aus, dass sie mit einem größeren Update für Windows 11 im nächsten Jahr eingeführt werden. (bw)