"Project Latte"

Microsoft plant Android-App-Unterstützung in Windows 10

30.11.2020
Von 
Panagiotis Kolokythas arbeitet seit Juni 2000 für pcwelt.de. Seine Leidenschaft gilt IT-News, die er möglichst schnell und gründlich recherchiert an die Leser weitergeben möchte. Er hat den Überblick über die Entwicklungen in den wichtigsten Tech-Bereichen, entsprechend vielfältig ist das Themenspektrum seiner Artikel: Windows, Soft- und Freeware, Hardware, Smartphones, soziale Netzwerke, Web-Technologien, Smart Home, Gadgets, Drohnen… Er steht regelmäßig für PCWELT.tv vor der Kamera und hat ein eigenes wöchentliches IT-News-Videoformat: Tech-Up Weekly.
Mit "Project Latte" arbeitet Microsoft einem Bericht zufolge daran, Android-Apps direkt in Windows 10 nutzen zu können.

Microsoft arbeitet einem Bericht von Windowscentral zufolge an einer nativen Android-App-Unterstützung in Windows 10, die im kommenden Jahr verfügbar sein wird. Die Nutzer könnten dann die von ihren Smartphones gewohnten Android-Apps auch einfach unter Windows 10 verwenden. Entwickelt wird diese Erweiterung für Windows 10 unter dem Codenamen "Project Latte".

Windows 10 soll native Android-App-Unterstützung erhalten
Windows 10 soll native Android-App-Unterstützung erhalten
Foto: Microsoft

Bisher können Android-Apps nur gestreamt über die "Ihr Smartphone"-Anwendung auf einem Windows-10-Gerät genutzt werden, was aber nur in Verbindungen mit einigen wenigen Samsung-Geräten aktuell möglich ist. Mehr dazu lesen Sie in unserem Bericht: Windows 10 kann Android-Apps direkt ausführen. Einen wesentlichen Schritt weiter soll das "Project Latte" gehen.

Den bisher bekannten Informationen zufolge, wird es den Entwicklern von Android-Apps frei stehen, ob sie zulassen möchten, dass ihre App auch unter Windows 10 genutzt werden kann. Für die Lauffähigkeit unter Windows 10 sollen nur sehr wenige Anpassungen am Programmcode der Android-Apps notwendig sein. Die Windows-10-Nutzer können die Android-Apps dann über den Microsoft Store installieren und nutzen.

Neu ist die Idee nicht, denn unter dem Codenamen "Astoria" gab es bereits ein ähnliches Projekt bei Microsoft, welches aber nie zu Ende entwickelt wurde. "Project Latte" soll dagegen einen ähnlichen Ansatz wie "Windows Subsystem for Linux" (kurz: WSL) verfolgen, welches demnächst auch noch mal um die Unterstützung für Linux-GUI-Anwendungen und Hardware-Beschleunigung erweitert wird. Statt einem von Microsoft angepassten Linux-Kernel soll bei "Project Latte" eine entsprechend für Windows 10 angepasste Variante der quelloffenen Version des Android-Betriebssystem zum Einsatz kommen, durch die die Android-App nativ lauffähig sein werden.

Gestattet Google die Nutzung der Play-Dienste?

Größter Knackpunkt dürfte sein, ob in "Project Latte" die nativ unter Windows 10 laufenden Android-Apps auch die Google-Play-Dienste nutzen dürfen. Google gestattet bisher die Nutzung der Google-Play-API nur auf nativen Android-Geräten und seinen ChromeOS-Geräten. Eine Möglichkeit wäre, dass Microsoft und Google sich entsprechend einigen. Ohne eine solche Einigung müssten die Android-App-Entwickler aus ihren Apps die Verbindung zu den Google-Play-Diensten kappen.

Für die Entwickler von Android-Apps dürfte "Project Latte" die Chance bieten, ihre Apps zusätzlich auch noch den über eine Milliarde Windows-10-Nutzern anbieten zu können. (PC-Welt)