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Microsoft macht Konzessionen an die EU

12.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft ist offenbar zu einigen Konzessionen bereit, um einer Kartellstrafe durch die Europäische Union zu entgehen. Der Konzern sei bereit, seine Techniken Common Internet File System (CIFS) und dessen Vorgänger SMB (Server Message Block, Grundlage des Open-Source-Projekts "Samba") offen zu legen und damit zu einem Industriestandard zu machen. Für CIFS werde der Konzern kein geistiges Eigentum beanspruchen, und im kommenden August sollen auch proprietäre Erweiterungen von SMB in Lizenz gegeben werden. Dies erklärte John Frank, Senior Corporate Lawyer von Microsoft in Paris. "Wir suchen Wege, um Informationen zu teilen, die unserer Ansicht nach der ganzen Industrie nutzen", so Frank. Er verwies daneben auf die Tatsache, dass Microsoft bereits im vergangenen Jahr entschieden habe, seine proprietäre Implementierung des

"Kerberos"-Sicherheitsstandards zu veröffentlichen.

Die EU ermittelt seit geraumer Zeit gegen Microsoft. Sollte ihre Exekutive, die Europäische Kommission in Brüssel, Verstöße gegen das Kartellrecht der Gemeinschaft feststellen, kann sie theoretisch eine Strafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen und eine Änderung der Geschäftspraxis verlangen. (tc)