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Microsoft macht C scharf

27.06.2000
Bei der ECMA zur Standardisierung eingereicht

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat gestern seine neue Programmiersprache "C#" (sprich: "C sharp") der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese soll ab Version 7 Bestandteil der hauseigenen Entwicklungsumgebung Visual Studio werden und als Basis für die jüngst vorgestellte Internet-Initiative ".NET" dienen. Laut Produkt-Manager Paul Dunlap soll C# vor allem dazu dienen, das unterliegende Betriebssystem um B2B- (Business-to-Business-) und B2C-Kommunikation (Business-to-Consumer) zu erweitern und Web-Services bereitzustellen.

"C# stammt von C und C++ ab und ermöglicht es Entwicklern, Anwendungen und Komponenten für die .NET-Plattform zu schreiben", so das Credo des für Visual C++ zuständigen Produkt-Managers Tony Goodhew. Bei der Entwicklung hat man laut Hersteller drei Ziele verfolgt: Erstens wollte man heutige Business-Bedürfnisse durch Unterstützung von XML abdecken, zweitens sollte die neue Sprache modern und leicht zu erweitern sein, und last but not least sollte C# produktiver sein als seine Vorgänger. "Niemand hat C++ je vorgeworfen, eine hoch produktive Sprache zu sein", scherzt Microsoft-Mann Dunlap.

Auch wenn sich Microsoft gegen Vergleiche mit Sun Microsystems´ Java wehrt, so weist C# doch einige auffällige Gemeinsamkeiten auf, etwa Garbage Collection und Typsicherheit. Offenbar müssen auch in der neuen Microsoft-Sprache geschriebene Programme zunächst in eine speziellen Bytecode übersetzt werden. Eine Einführung in C Sharp samt Referenz liegt auf der Entwickler-Site des Herstellers zum Download bereit.

Parallel hat Microsoft C# der European Computer Manufacturer´s Association (ECMA) zur Standardisierung unterbreitet. Offenbar ist das Unternehmen bereit und willens, seine neue Sprache als offenen Standard zu etablieren. Laut Produkt-Manager Dunlap hofft man zudem auf den Segen der International Standards Organization (ISO). "Wir gehen deswegen davon aus, dass Drittanbieter C# auch auf anderen Plattformen etablieren werden", hofft Goodhew.