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Microsoft läßt Java-Klon erstellen

14.06.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit finanzieller Rückendeckung von Microsoft arbeitet die kalifornische Sechs-Mann-Softwareschmiede Transvirtual Technologies seit einigen Monaten an einem Java-Klon. Gerade hat die Firma die neueste Beta-Version ihrer Virtuellen Maschine namens "Kaffe" vorgestellt, die in der Standardausführung als Open-Source-Software angeboten wird.

Laut Transvirtual-Chef Tim Wilkinson wurde Kaffe ohne Zuhilfenahme von Sun- oder Microsoft-Produkten von Grund auf neu entwickelt und verletzt daher keinerlei Urheberrecht. Das Produkt ist kompatibel zu Suns Internet-Programmiersprache, verarbeitet aber gleichzeitig auch proprietäre Erweiterungen, die die Gates-Company an Java vorgenommen hatte, um spezifische Eigenschaften ihrer Windows-Betriebssysteme besser ausnutzen zu können. Dank Kaffe könnte Microsoft diese weiterhin verwenden, ohne diesmal - wie in der Vergangenheit geschehen - rechtliche Schritte seitens Sun befürchten zu müssen.