AR-Brille

Microsoft Hololens ausprobiert

05.05.2015
Von 
Panagiotis Kolokythas arbeitet seit Juni 2000 für pcwelt.de. Seine Leidenschaft gilt IT-News, die er möglichst schnell und gründlich recherchiert an die Leser weitergeben möchte. Er hat den Überblick über die Entwicklungen in den wichtigsten Tech-Bereichen, entsprechend vielfältig ist das Themenspektrum seiner Artikel: Windows, Soft- und Freeware, Hardware, Smartphones, soziale Netzwerke, Web-Technologien, Smart Home, Gadgets, Drohnen… Er steht regelmäßig für PCWELT.tv vor der Kamera und hat ein eigenes wöchentliches IT-News-Videoformat: Tech-Up Weekly.

Die Hololens-Demo kann beginnen

Im Hotelzimmer dürfen wird nun zum ersten Mal die Hololens selbst aufsetzen. Sie ist erstaunlich leicht! Hololens besteht aus einem angenehm gepolsterten Kopfhalteband, das sich per Drehschalter an die Größe des Kopfes anpassen lässt.

Auf der Oberseite des Geräts befindet sich der Visor, der vor die Augen geklappt wird. Der Ausschnitt, in dem Hololens die AR-Inhalte einblendet, ist nicht allzu groß, wird sich aber später als durchaus üppig und ausreichend erweisen. Der Visor selbst verdunkelt die Sicht nicht, so dass man jederzeit sieht, was in der realen Welt Drumherum passiert. Beim Aktivieren der Hololens werden ein Windows-Logo und ein Rechteck angezeigt. Die Hololens ist kalibriert, sobald sich das Windows-Logo exakt in der Mitte des Rechtecks befindet.

In unserem Hololens-Demo-Hotelzimmer hatte Microsoft einen Rechner aufgebaut und links daneben ein aus Pappe gefertigtes 3D-Modell mit kleinen Gebäuden und in der Mitte einer großen Lücke. Auf dem Rechner war eine Architektur-Software installiert. In dem geöffneten Fenster sahen wir bereits ein großes Gebäude auf dem Bildschirm.

Der Hololens-Mitarbeiter erklärte uns, dass ein Architekt das Gebäude, das in die Mitte des 3D-Modells soll, in der Software entwerfen könne, aber ihm dort der Eindruck fehle, wie sich das Gebäude in der Nachbarschaft einfüge. Klar, könne er bei jeder kleinen Veränderung ein neues Modell basteln, um es ins 3D-Modell einzusetzen, aber das koste Zeit und Geld.

"Schauen Sie mal nach links auf das 3D-Modell", wies uns der Microsoft-Mitarbeiter an. Wir blickten mit aufgesetzter Hololens nach links und da war es: Das in der Software gezeichnete Gebäude konnten wir nun im 3D-Modell im AR-Bildschirm-Bereich der Hololens sehen. So als hätte jemand aus Holz das Gebäude geschnitzt und es in die eben noch leere Mitte des realen Modells gesetzt. Der Übergang vom AR-Bildschirm zum durchsichtigen Ausschnitt des Visors ist absolut fließend.

"Das Gebäude ist noch nicht perfekt, machen Sie doch mal einfach das Dach höher", forderte uns der Hololens-Mitarbeiter an. "Und wie?", fragten wir zurück. Er erklärte uns, den Mauszeiger vom Monitor nach links in Richtung des realen 3D-Modells zu ziehen. Mit aufgesetzter Hololens konnten wir nun nicht nur im 3D-Modell das hinein gezeichnete Gebäude sehen, sondern auch den Mauszeiger. Per Klick markierten wir das Dach und zogen es dann mit gedrückt gehaltener linker Maustaste nach oben. Fertig waren zwei, drei zusätzliche Etagen des Gebäudes.

Als nächstes wurden wir aufgefordert, auf den Boden des 3D-Modells zu schauen und mit der Maustaste an irgendeine Stelle zu klicken. Hololens blendete daraufhin einen blauen Marker mit einem Männchen ein - Streetview lässt grüßen, denken wir noch und tatsächlich - nach einem weiteren Klick stehen wir dank Hololens auf einer Straße und blicken auf das eben noch höher gezogene Gebäude. Wir können uns nun auf der Straße bewegen und das Gebäude von allen Seiten betrachten. Krass.

Aber es geht noch weiter. Wir werden in einen kleinen Nebenraum des Hotelzimmers geführt. Mit Hololens sehen wir nun ein Teil des Inneren eines Gebäudes. Als wir in eine Richtung der eigentlich leeren Hotelzimmerwand blicken, begrüßt uns aufgrund der aufgesetzten Hololens eine Polygon-Person. Es ist der Architekt, der uns auf ein Problem hinweisen möchte. Per Daumen-Zeigefinger-Geste hören wir über Lautsprecher an der Hololens die vom Architekten hinterlassene Nachricht. Ein Pfeiler sei falsch und müsse umgesetzt werden. Wir blicken in die Richtung, in der der Polygon-Architekt nun zeigt und der betreffende Pfeiler blinkt rot auf. Anschließend wird der Pfeiler an die Position gesetzt, die der Architekt empfiehlt. Ob wir damit einverstanden seien, fragt der Architekt. Wir bejahen dies mit einer Daumen-Zeigerfinger-Geste.

Nun sind wir dran. Über Hololens betrachten wir erneut den ganzen virtuellen Raum, in dem wir den Kopf drehen und uns dabei etwas bewegen. Uns fällt ein falsch positioniertes Rohr auf. Wir markieren es mit der Daumen-Zeigefinger-Geste. Es leuchtet blau auf. Wir können nun über das in Hololens eingebaute Mikrofon eine Sprachnachricht verfassen, in der wir den Architekten auffordern, das Rohr an einer anderen Stelle zu verlegen. Sobald der Architekt mit Hololens den virtuellen Raum das nächste Mal betritt, wird er sofort unsere Sprachnachricht mit dem blau markierten Rohr vorfinden.

Die Demo ist beendet. Schade. So schnell können 10 Minuten vergehen...