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Microsoft bricht sein WS-Choreography-Schweigen

18.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In letzter Minute hat Microsoft zwei Mitglieder in die Web Services Choreography Working Group des World Wide Web Consortium (W3C) entsandt, wie "Computerwire" berichtet. Die Arbeitsgruppe traf sich am vergangenen Donnerstag zu ihrer konstituierenden Sitzung, und erst unmittelbar davor beantragen die Microsoft-Mitarbeiter ihre Teilnahme. In einer Stellungnahme, der ersten zum Thema WS-Choregraphy seit Monaten, erklärte der Redmonder Konzern, seine Mitarbeiter hätten an der Sitzung teilgenommen, um die "Ausrichtung der Gruppe besser zu verstehen".

Im vergangenen Jahr hatte Microsoft gemeinsam mit IBM und Bea Systems die Business Execution Programming Language for Web Services (BPEL4WS) veröffentlicht, die sich gleichfalls des Themas Choreographie von Web-Services annimmt. Das W3C hätte diese gern in seine Arbeit übernommen, musste allerdings davon absehen, nachdem sich Microsoft weigerte, geistiges Eigentum an BPEL4WS ohne Lizenzgebühren zur Verfügung zu stellen. Sowohl IBM als auch Bea waren indes bereit, BPEL4WS royalty free zu halten.

Die W3C-Arbeitsgruppe hat nun zunächst das existierende Web Services Choreography Interface (WSCI) von Sun, SAP und anderen sowie Web Services Architecture als Grundlagen gewählt. Nach Angaben des WS-Choreography-Vorsitzenden Martin Chapman und von Jeff Mischinsky, Director of Web Services Standards bei Oracle, waren sowohl Microsoft als auch IBM zur Gründungssitzung der W3C-Arbeitsgruppe geladen. IBM hatte eine Teilnahme abgelehnt. Ob Big Blue sich der Gruppe noch anschließen wird, nachdem Microsoft mit an Bord ist, ist zunächst ungewiss.

Ob Microsofts Einstieg beim W3C das Ende für BPEL4WS bedeuten könnte, steht ebenfalls in den Sternen. "Microsoft wird weiterhin an mehreren unterschiedlichen Fronten präsent sein", hieß es wenig konkret aus Redmond. (tc)