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Microsoft befreit MSN-Suche von bezahlten Links

06.07.2004

Microsoft hat "Paid Inclusions" aus den Indizes der MSN-Suchmaschine entfernt. Dabei handelt es sich um Einträge, die nicht durch automatisierte "Bots", sondern manuell gegen Bezahlung in die Verzeichnisse eingetragen werden und sich optisch nicht von herkömmlichen Suchergebnissen unterscheiden.

Microsoft will eigenen Angaben zufolge mit der neu gestalteten MSN-Suche kommerzielle Suchergebnissen klarer von bezahlten Verknüpfungen abgrenzen, die fablich gekennzeichnet sind. Der Konkurrent Ask Jeeves hat sein Paid-Inclusion-Programm bereits im März 2004 eingestellt (Computerwoche.de berichtete) und der Marktführer Google macht bezahlte Suchergebnisse im Rahmen des "AdWords"-Programms seit jeher kenntlich. Damit sei Yahoo die einzige Suchmaschine, die noch bezahlte Einträge ungekennzeichnet ausweist, berichtet der Branchendienst "Wired".

Nach Angaben von Unternehmenssprecherin Stephanie Ichinose will Yahoo bei dieser Praxis bleiben. Zudem werde an der Weiterentwicklung solcher Programme in Zusammenarbeit mit Content-Anbietern gearbeitet.

Kritiker bemängeln, dass gesponserte Links die Relevanz der Treffer beeinträchtigen und sich somit nachteilig auf die Suchergebnisse auswirken. Bereits Mitte 2002 hatte die US-Aufsichtsbehörde FTC (Federal Trade Commission) die Kennzeichnung bezahlter Links gefordert. Damals reagierte die Behörde auf Beschwerden der US-Bürgerrechtsbewegung Commercial Alert. In der Kritik standen vor allem Altavista, Lycos, AOL, MSN und Ask Jeeves (Computerwoche.de berichtete). (lex)