Microsoft: Anklage gegen Web-Piraten

04.04.1997

BOSTON (IDG) - Der Redmonder Softwareriese Microsoft, in der Vergangenheit nicht selten wegen wettbewerbsschädigenden Verhaltens vor Gericht gezwungen, hat sich nun seinerseits einen Web-Operator vorgenommen. Die Gates-Company wirft Christopher Fazendin in einem Zivilverfahren vor, öffentlich eine sogenannte Crack-Software angeboten zu haben, mit der Besitzer der zeitlimitierten Version von Office 97 das Büropaket unbegrenzt nutzen konnten. Grundsätzlich ermöglicht die Versuchsvariante der Suite die Benutzung 90 Tage lang. Der Crack, auf den Microsoft nach einem Anruf bei der Anti-Piracy-Hotline aufmerksam wurde, befand sich in einer Usenet-Newsgroup sowie auf der eigenen Web-Site des Betreibers. "Das Programm wurde so formuliert angeboten, daß der Anbieter genau wissen mußte, was er da tat", entrüstet sich Jim Lowe, Anwalt bei Microsoft.