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Microsoft ändert sein Enterprise-Lizenzmodell

08.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Obwohl noch keine offizielle Ankündigung erfolgt ist, ändert Microsoft offenbar sein "Enterprise"-Lizenzmodell für große Unternehmenskunden. Experten vermuten, der Konzern wolle sich damit unabhängiger vom PC-Markt machen und noch mehr Umsatz aus seinen Kunden herausquetschen. Die vor allem bei kleineren Unternehmen populären "Open"- und "Select"-Programme bleiben unverändert.

Microsoft hat dem Vernehmen nach bereits mit einigen Großkunden, vornehmlich in Europa, neue Lizenzverträge geschlossen. Diese enthalten nach Angaben des UBS-Warburg-Analysten Don Young keine Klausel für "lebenslängliche Nutzung" mehr, gemäß der Anwender die Version ihrer Software dauerhaft weiternutzen dürfen, die am Ende der Vertragslaufzeit gerade aktuell ist. Statt dessen müssten die Kunden für Windows, Office und Co. alle drei Jahre neu zahlen, wenn sie die Software weiterhin nutzen wollten, so Young. "Microsoft schwenkt auf ein wiederkehrendes Lizenzmodell um und koppelt sich damit entscheidend von PC-Verkäufen ab", erklärt der UBS-Warburg-Mann. Für Kunden, die regelmäßig updaten oder neue Software anschaffen, würde sich bei den Kosten wenig ändern, meint Young. Teurer käme die Neuregelung vor allem diejenigen Anwender, die Produkte einmal kauften und dann jahrelang einsetzten. Microsoft selbst schätzt, dass

noch immer rund 60 Prozent seiner Firmenkunden die alten Office-Versionen 95 und 97 nutzen. Der Konzern selbst hat noch keine Stellungnahme abgegeben.