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Micron schreibt unerwartet erneut Verluste

26.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Halbleiterkonzern Micron verbuchte im dritten Geschäftsquartal (Ende: 30. Mai) überraschend einen Nettoverlust von 24, 2 Millionen Dollar oder vier Cent pro Aktie. Im Betrag enthalten ist eine Abschreibung von 26 Millionen Dollar auf Lagerbestände. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte der zweitgrößte Hersteller von DRAM-Chips noch einen Nettoverlust von 313,4 Millionen Dollar oder 53 Cent pro Anteil ausgewiesen. Auch gegenüber dem vorangegangenen zweiten Quartal konnte Micron den Fehlbetrag um fast sechs Millionen Dollar reduzieren. Trotz der deutlichen Verbesserung waren die Analysten von dem aktuellen Ergebnis enttäuscht: Sie hatten laut Thomson Financial/First Call im Schnitt mit einem Gewinn von sechs Cent je Aktie gerechnet.

Auch bei den Einnahmen blieb Micron hinter den Erwartungen zurück: Der Chip-Konzerns erwirtschaftete im aktuellen Berichtszeitraum nur 771,2 Millionen Dollar Umsatz - etwa 137 Millionen Dollar weniger als die Analysten durchschnittlich prognostiziert hatten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Einnahmen um fast sechs Prozent. 15,4 Millionen der damals ausgewiesenen 818,3 Millionen Dollar Umsatz stammten aus den mittlerweile eingestellten Web-Hosting-Aktivitäten. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres betrugen die Einnahmen 645,9 Millionen Dollar. Während in der aktuellen Berichtsperiode im Vergleich zur vorangegangenen Quartal die DRAM-Preise im Schnitt um 44 Prozent stiegen, schrumpfte die Menge der verkauften Speicherchips gleichzeitig um 17 Prozent.

Nach der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse fiel die Micron-Aktie bis 13 Uhr um fast 16 Prozent auf 17,44 Dollar. In Mitleidenschaft gezogen wurden unter anderem auch der Kurs von Infineon um zehn Prozent; Epcos und Siemens verloren mehr als 6 Prozent an Wert. (mb)