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Micro Focus erlebt zweiten Frühling

04.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) -Vier Jahre nach dem Verkauf durch Merant (siehe auch: "Micro Focus steht wieder auf eigenen Füßen") meldet sich der Cobol-Spezialist Micro Focus mit guten Geschäftsergebnissen zurück. Nach vorläufigen Zahlen steigerte das Londoner Unternehmen seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2004/05 (Ende: 30. April) gegenüber dem Vorjahr um 19,3 Prozent auf 150,6 Millionen Dollar. Der Vorsteuergewinn (Ebt) kletterte um 24 Prozent von 22 Millionen auf 27,7 Millionen Dollar.

Mit diesen Zahlen bestätigte der Börsenneuling das Vertrauen seiner Anleger. Mit Micro Focus hatte Mitte Mai erstmals seit vier Jahren wieder ein Softwareunternehmen ein IPO (Initial Public Offering) im Hauptsegment der Londoner Börse gewagt - und für dieses Wagnis kräftig bezahlt. Anstelle der angepeilten 145 bis 185 Pence lag der Ausgabepreis je Aktie nur bei 130 Pence. Der IPO-Erlös betrug weniger als 53 Millionen Pfund.

Firmenchef Tony Hill bemühte sich in einer Stellungnahme, die starke Marktposition von Micro Focus herauszustellen: " Nach dem IPO und der Tilgung unserer Schulden sind wir finanziell gut aufgestellt, um profitabel zu wachsen", erklärte Hill. In den vergangenen Monaten sei die Company noch tiefer in Zielmärkte eingedrungen. "In der ganzen Welt suchen Unternehmen nach Lösungen, um ihre Betriebskosten zu senken und agiler zu werden. Dabei wollen sie zunehmend ihre Investitionen in Legacy-Systeme schützen."

Der Cobol-Spezialist Micro Focus war bereits 1983 gegründet worden. 1998 übernahm die Company den US-Anbieter Intersolv und nannte sich im Anschluss daran in Merant um. Im August 2001 entschloss sich das Unternehmen dann dazu, den Cobol-Bereich an die Beteiligungsgesellschaft Golden Gate Capital zu verkaufen und sich ausschließlich auf E-Commerce-Lösungen fokussieren. Seit dieser Zeit konzentriert sich Micro Focus darauf, Legacy-Anwendungen vom Mainframe- auf aktuelle Plattformen wie Linux oder Microsoft Windows zu portieren. (mb)