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Messe äußert heftige Kritik an saftigen Hotelpreisen zur CeBIT

08.02.2007
Die CeBIT-Veranstalterin Deutsche Messe AG hat die saftigen Hotelpreise zu der Computermesse in Hannover heftig kritisiert.

"Wir sehen uns deswegen einer zunehmenden, herben Kritik seitens der Aussteller ausgesetzt", sagte ein Messe-Sprecher am Donnerstag in Hannover. "Der Kostendruck in den Unternehmen steigt, insofern steigt auch der Druck auf uns." Die Messe könne nur an die Hoteliers appellieren, die Zimmerpreise zurückzufahren. "Wenn die Hotelpreise so hoch bleiben, besteht die Gefahr, dass Aussteller nicht mehr nach Hannover kommen. Davon wäre der gesamte Standort Hannover betroffen." Die CeBIT 2007 findet vom 15. bis 21. März statt.

Hotels in Hannover verlangen zur CeBIT Zimmerpreise von bis zu 400 oder 500 Euro und damit ein Vielfaches mehr als zu normalen Zeiten. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", mit "überzogenen Forderungen" werde der Erfolg der CeBIT insgesamt gefährdet. Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) sagte, zu einem starken Messestandort Hannover gehörten Hotelpreise, die "einladend und nicht abschreckend" seien.

Der Vorsitzende der Hotelgruppe Hannover des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Eckhard Laabs, dagegen sagte: "Es gibt sicherlich ein erhöhtes Preisniveau während der CeBIT, aber Hannover ist im Vergleich zu vergleichbaren Spitzenveranstaltungen in anderen Städten kein Ausreißer nach oben." Der weitaus größte Teil der Hotels in Hannover erhöhe seine Preise zu Spitzenzeiten wie zur CeBIT auf gut 300 Euro. Dies sei angemessen.

Anders als die Hotels in Städten mit viel Touristen, etwa Berlin, sind die Hotels in Hannover wirtschaftlich sehr auf die Zeiten während der CeBIT oder auch der Industrieschau Hannover Messe angewiesen. Zu Zeiten außerhalb der großen Messen kämpfen die Hotels in Hannover mit Überkapazitäten.

Laabs sagte, die Hotels in Hannover seien sich ihrer Mitverantwortung für den Messestandort Hannover bewusst. Derzeit liefen Verhandlungen mit der Messe. Noch vor der CeBIT 2007 werde ein gemeinsames Konzept vorgestellt. Der Messe-Sprecher bestätigte die Gespräche. Ziel sei es zunächst, ein Kontingent von 1000 Betten für Aussteller in einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis zur Verfügung zu stellen.

Die CeBIT befindet sich angesichts der Absage großer Unternehmen wie etwa Nokia oder Motorola für die Schau 2007 in einer schwierigen Phase. Die Messe rechnet in diesem Jahr mit rund zehn Prozent weniger Ausstellungsfläche als im Vorjahr. 2008 soll die CeBIT grundlegend umgebaut werden. Dadurch soll die Struktur übersichtlicher werden. Die Messekosten für die Aussteller sollen deutlich gesenkt werden. Dazu zählen auch geringere Hotelpreise. Außerdem wird die Laufzeit der CeBIT 2008 um einen Tag auf sechs Tage verkürzt. (dpa/tc)