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Merrill Lynch steigt bei Google-IPO aus

22.06.2004
Google hat Merrill Lynch von der Liste der Banken genommen, die das Unternehmen bei dem geplanten Initial Public Offering begleiten sollen - eine Begründung gab es nicht.

Wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hat Google Merrill Lynch von der Liste der rund 30 Banken genommen, die das Unternehmen bei dem geplanten IPO (Initial Public Offering) begleiten sollen. Eine Begründung dafür gab der Betreiber der weltgrößten Suchmaschine nicht ab. Branchenkenner gehen jedoch davon aus, dass sich die Investment-Bank angesichts der niedrigen Erlöse bei dem rund 2,7 Milliarden Dollar schweren Börsengang zurückgezogen hat.

Da der IPO in Form einer offenen Internet-Auktion stattfinden soll, sind die Erlöse für die Emissionsbanken niedriger als üblich. Experten schätzen, dass die Gebühren lediglich drei Prozent betragen werden, verglichen mit den vier bis sieben Prozent, die Emissionsbanken üblicherweise einstecken. Da ein Großteil davon zudem an die Konsortialführer Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston geht, befürchtete Merrill Lynch offenbar bei der Teilnahme an dem Google-IPO unterm Strich einen Verlust zu machen. Nach dem Rückzug vom Merrill droht nun möglicherweise die Absage weiterer Emissionsbanken. Trotz niedriger Rendite können es sich viele Investment-Banken aber offenbar aus Image-Gründen nicht leisten, bei dem vermutlich größten Börsengang seit dem Platzen der Dotcom-Blase vor vier Jahren zu fehlen. So ist die Nachfrage bei den Kunden enorm, teilnehmen kann jedoch nur, wer ein Depot bei einer der Investment-Banken besitzt. (mb)