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Merrill Lynch: Es gibt eine globale IT-Rezession

11.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Investment-Bank Merrill Lynch hat im Rahmen ihrer neuesten "TechStrat"-Umfrage wieder CIOs (Chief Information Officers) aus den USA und Europa zu ihren Budgets und Investitionsplänen befragt. Das Fazit des namhaften Analysten Steve Milunovich lautet knapp: "Es besteht kaum Zweifel, dass wir es mit einer globalen IT-Rezession zu tun haben."

Im Durchschnitt haben die von Merrill Lynch befragten 50 US-amerikanischen und 15 europäischen Unternehmen ihre IT-Budgets gegenüber dem Vorjahr um nur 2,6 Prozent erhöht. Anfang des Jahres ging das Institut noch von neun Prozent Wachstum aus. 72 Prozent der Befragten wollen ferner ihre Ausgaben zum Ende des Jahres hin nicht erhöhen. Rund 50 Prozent gaben zu Protokoll, ihr Finanzchef werde es nicht gestatten, dass das IT-Budget voll ausgeschöpft werde. Rund 40 Prozent erwarten darüber hinaus sogar weitere Einschnitte.

Unzweifelhaft schlechte Nachrichten für alle Anbieter, die bislang darauf gehofft hatten, das IT-Investitionsklima werde sich noch in diesem Jahr verbessern oder viele IT-Projekte seien eher aufgeschoben als aufgehoben worden. In Bezug auf die IT-Budgets des kommenden Jahres hielten sich die meisten Anwender eher bedeckt, weil sie ihren finanziellen Rahmen erst gegen Ende des Jahres abstecken. Wenigstens ein kleiner Silberstreif war am Zeithorizont erkennbar: Für das zweite Quartal 2002 rechnen die meisten wieder mit steigenden Ausgaben. Insgesamt prognostiziert Merill Lynch gegenüber diesem Jahr nun ein Wachstum der IT-Investitionen von 4,6 Prozent.

Weitere interessante Ergebnisse der TechStrat-Umfrage: Hewlett-Packard erhielt schlechte Bewertungen für seinen Service - einige der Teilnehmer wechselten deswegen zum Konkurrenten Sun Microsystems. Gute Noten erhielten dagegen Direktanbieter Dell und Storage-Spezialist EMC.