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Merger kommt AOL Time Warner teuer zu stehen

01.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Mediengigant AOL Time Warner meldete für sein viertes Fiskalquartal 2000 (Ende Dezember 2000) vor allem aufgrund fusionsbedingter Kosten einen Nettoverlust von 1,1 Milliarden Dollar. Im vergleichbaren Vorjahresquartal lag das kombinierte Ergebnis beider Firmen bei minus 201 Millionen Dollar.

Erfreulicher fiel das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) aus: Die US-Company erwirtschaftete im vierten Fiskalquartal 2,4 Milliarden Dollar und damit 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar zu. Der Werbeumsatz von AOL allein, der als einer der wichtigsten Marktindikatoren gilt, kletterte gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal um 65 Prozent auf 741 Millionen Dollar. Die kompletten Einnahmen des Online-Services wuchsen um 27 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar.

Im gesamten Geschäftsjahr 2000 verzeichnete AOL Time Warner aufgrund der Fusionskosten einen Nettoverlust von 4,4 Milliarden Dollar, knapp zwei Milliarden Dollar mehr als im vorhergehenden Fiskaljahr. Der Umsatz kletterte übers Jahr von 32,5 auf 36,2 Milliarden Dollar.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Umsatzanstieg von zwölf bis 15 Prozent. Die Erlöse aus dem Geschäft mit AOL- und Time-Warner-Abonnenten sollen um zwölf bis 14 Prozent, der Content-Umsatz um sechs bis acht Prozent und die Werbeeinnahmen um 18 bis 22 Prozent wachsen. Das Ebitda will AOL Time Warner um 30 Prozent auf elf Milliarden Dollar steigern.

Mit einigen neuen Maßnahmen und Kooperationen plant die Company, den Umsatz in diesem Jahr weiter anzukurbeln. AOL Time Warner verkündete den Abschluss von Cross-Advertising-Verträgen mit Nortel Networks, Cendant und Compaq Computer, die künftig auf allen Plattformen des Online-Medienkonzerns Werbung schalten werden, darunter AOLs Internet-Service und Time Warners Zeitschriften und TV-Sendern. Zudem wurde ein weitreichendes Promotion-Abkommen zwischen AOLs Online-Dienst und der Warner Music Group verabschiedet. Das CNNfn-Kabelnetzwerk von Timer Warner soll ferner in CNN Money umbenannt werden. Unternehmenssprecher deuteten außerdem an, dass die monatliche Nutzungsgebühr von AOLs Online-Service, der bislang 21,95 Dollar kostet, erhöht werden könnte. Chairman Steve Case erklärte, es sei "eine reine Frage der Zeit".