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Mercury liefert Finanzberichte nach

04.07.2006
Drei Mitglieder des Verwaltungsrates stehen im Visier der US-Börsenaufsicht.

Der Softwareanbieter Mercury Interactive hat die Abschlüsse der Geschäftsjahre 2002, 2003 und 2004 der US-Börsenaufsicht SEC nachgereicht. Aufgrund der falschen Bilanzierung von Aktienoptionen mussten die Zahlenwerke neu berechnet werden. Insgesamt reduzierten sich die Erträge von Mercury seit 1992 um rund 567 Millionen Dollar. Dabei ist die Summe vornehmlich rechnerisch relevant. Der noch ausstehende Bereicht zum ersten Kalenderquartal 2005 soll in diesem Monat folgen.

Nach einer Benachrichtigung durch die SEC hatte Mercury im vergangenen Jahr einen internen Untersuchungsausschuss eingerichtet. Dieser kam zu dem Schluss, dass sich verschiedene Topmanager mit falsch terminierten Optionsgeschäften bereichert hätten. Im November 2005 waren CEO Amnon Landan, Finanzchef Douglas Smith und Chefjustiziarin Susan Skaer zurückgetreten. Zudem droht drei Mitgliedern des Verwaltungsrates von Mercury eine zivilrechtliche Auseinandersetzung mit der SEC, weil sie gegen Bundesgesetze zum Aktienhandel verstoßen haben sollen. Die Manager haben die Vorwürfe zurückgewiesen, sind jedoch aus dem Board ausgeschieden.

Aufgrund der fehlenden Geschäftsberichte war Mercury Anfang des Jahres von der Nasdaq geflogen. Die beiden ausstehenden Berichte zum zweiten und dritten Quartal 2005 sowie den Jahresabschluss 2005 will Mercury noch in diesem Quartal nachreichen. (ajf)