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Medion schockiert die Aktionäre

29.07.2004

Der Essener Elektronikhändler Medion AG hat im ersten Halbjahr 2004 erstmals seit seinem Börsengang einen Ergebnisrückgang verbucht. Ursache sei das schwache Inlandsgeschäft erklärte das Unternehmen. Gleichzeitig warnte es, für das Gesamtjahr könne nun anstelle des bislang prognostizierten zweistelligen Wachstums auch ein Umsatz- und Ergebnisrückgang nicht mehr völlig ausgeschlossen werden. Der Kurs der Medion-Aktie brach nach der Ankündigung um mehr als ein Drittel ein.

Wie der durch Verkaufsaktionen bei Aldi und Co. bekannte Elektronikhändler und Dienstleister mitteilte, kletterten die Einnahmen im ersten Halbjahr 2004 gegenüber der Vorjahresperiode um fünf Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Gleichzeitig schrumpfte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 14,7 Prozent auf 58,1 Millionen Euro. Unter dem Strich erzielte Medion einen Nettoprofit von 33,9 Millionen Euro oder 70 Cent pro Anteil, verglichen mit einem Überschuss von 39,2 Millionen Euro beziehungsweise 88 Cent pro Aktie.

Die Einnahmen der Essener profitierten im Berichtszeitraum erneut von dem deutlichen Wachstum im Ausland. Eigenen Angaben zufolge steigerte Medion seine Auslandsumsätze gegenüber der Vorjahresperiode um 22,9 Prozent auf 468,6 Millionen Euro, das entspricht 38,7 Prozent der Gesamteinnahmen. In Deutschland gingen die Verkaufserlöse dagegen um knapp vier Prozent auf 770,2 Millionen Euro zurück. Aus Sicht des Elektronikhändlers wird die negative Konsumneigung hierzulande auch in naher Zukunft anhalten. Das Unternehmen kündigte daher an, es werde seine Auslandsaktivitäten weiter verstärken und die Kosten reduzieren. Dennoch sei die bisherige Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr nicht mehr zu halten. Sollten sich die Rahmenbedingungen in Deutschland nicht stabilisieren, sei trotz der voraussichtlich weiter positiven Entwicklung des Auslandsgeschäftes für das Gesamtjahr auch ein Umsatz- und Ergebnisrückgang im Bereich des Möglichen. (mb)