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Medion mit Quartalseinbruch

12.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der PC-Hersteller- und Elektronikhändler Medion hat im ersten Quartal 2005 deutliche Ergebniseinbrüche verzeichnet und rechnet für das Gesamtjahr mit sinkenden Umsätzen und Erträgen. Wie der im MDAX notierte Aldi-Lieferant am Donnerstag in Essen mitteilte, brach der Überschuss im ersten Quartal im Jahresvergleich von 27,0 auf 6,8 Millionen Euro ein. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) sackte von 45,5 auf 12,5 Millionen Euro ab.

Der Umsatz sank um 17,6 Prozent auf 631,4 Millionen Euro. Medion hatte Mitte März allerdings noch einen Erlösrückgang von 19 Prozent angenommen. "Die Rohertragsmarge von 10,0 Prozent zeigt jedoch bereits eine im Vergleich zu den 9,5 Prozent des vierten Quartals des Vorjahres erkennbare Stabilisierung", hieß es in der Pflichtmitteilung. "Umsatz- und Margenrückgang in Verbindung mit innerhalb kurzer Zeit noch nicht zu optimierenden Kostenstrukturen führten zu einem überproportionalen Ergebnisrückgang."

Für das Gesamtjahr gab Medion einen trüben Ausblick. Man könne derzeit zwar keine konkrete Prognose abgeben. Aber angesichts der gegenüber dem Rekordergebnis des ersten Quartals 2004 aufgelaufenen Rückgänge sei es "eher wahrscheinlich", dass Umsatz und Ertrag im Jahresvergleich sinken dürften.

Im laufenden zweiten Quartal rechnet Medion auf Basis aktueller Auftragseingänge damit, dass der Umsatz auf Vorjahresniveau ausfällt. Wegen des weiter anhaltenden Kostendrucks werde das Ergebnis jedoch schrumpfen. "Da die eingeleiteten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung zu wesentlichen Teilen erst mit einem zeitlichen Nachlauf Wirkung zeigen, sind die daraus zu erwartenden Ergebnisverbesserungen vor allem in der zweiten Jahreshälfte mit Schwerpunkt im vierten Quartal zu erwarten", hieß es.

Mitte März hatte Medion angekündigt, das im Vorjahr aufgelegte Sparprogramm zu verschärfen. Dies gelte vor allem für die Service- und Logistikkosten. Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungs-Unternehmens Gartner besetzt Medion in Deutschland mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent Platz drei der PC-Hersteller-Rangliste. Gartner hatte Ende April gemeldet, der Absatz von Personal Computern (PC) sei in Deutschland im ersten Quartal 2005 um sieben Prozent gestiegen, während die Preise weiter gesunken seien.

Im vergangenen Jahr waren bei Medion der Umsatz auch wegen des schwachen Deutschlandgeschäfts um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro und der Überschuss um 50 Prozent auf 50,7 Millionen Euro weggebrochen. Der Mittelständler erzielt nach Branchenschätzungen 60 Prozent seines Umsatzes mit der Discounter-Kette Aldi. (dpa/tc)