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MCI-Bieterkampf: Verizon fordert eine Entscheidung

05.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Bieterkampf um den US-Carrier MCI kommt es zum Showdown: Die US-Telefongesellschaft Verizon Communications kündigte nun ihren Rückzug an, falls das MCI-Board das konkurrierende Angebot von Qwest als höher bewertet. Eine entsprechende Entscheidung sei für Verizon der Beleg, dass der MCI-Verwaltungsrat stärker an kurzfristigen Interessen als an einem auf lange Sicht starken Unternehmen interessiert sei, teile Verizon-CEO Ivan in einem offenen Brief mit.

Qwest hatte MCI am vergangenen Donnerstag mit einem auf 8,9 Milliarden Dollar erhöhten Kaufofferte an den Verhandlungstisch zurückgeholt, obwohl das MCI-Board schon ein mit 7,6 Milliarden Dollar deutlich niedrigeres Übernahmeangebot von Verizon angenommen hatte. Ausschlaggebend war bei der ursprünglichen Entscheidung die im Vergleich zu Qwest deutlich größere Finanzkraft von Verizon. So könnte das Unternehmen den Kaufpreis nahezu aus der Portokasse bezahlen, während der hoch verschuldete Carrier Qwest lediglich rund sieben Milliarden Dollar Börsenwert aufweist und für den Kauf neue Kredite aufnehmen muss.

Diesen Aspekt adressierte auch der Verizon-CEO in seinem Brief: Das hohe Gebot verschleiere eine Myriade an finanziellen und operativen Risiken, so Seidenberg. Verizon hingegen sei nicht darauf angewiesen, dringend benötigtes Geld aus dem Gemeinschaftsunternehmen zu ziehen, um die Anleger abzufinden. Ebenso wenig müsse man nach dem Merger drastische Sparmaßnahmen ergreifen, sondern könne signifikante Summen in neue Geschäftsfelder wie IP- oder Wireless-Produkte und Dienste investieren.

Eine Entscheidung wird noch am heutigen Dienstag erwartet, da das MCI-Angebot um Mitternacht ausläuft. (mb)