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Mattel will Learning Co. wieder verkaufen

03.04.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mattel will sich angeblich von seiner defizitären Softwaredivision Learning Co. trennen. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Der US-Spielzeugkonzern will demnach noch heute bekannt geben, dass die Investmenbank Crédit Suisse First Boston engagiert wurde, um den Verkauf des Lernsoftware-Bereichs zu leiten. Wie die US-Zeitung weiter berichtet, rangiere der Kaufpreis lediglich zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Dollar. Mattel hatte im vergangenen Jahr für die Übernahme der Learning Co. immerhin 3,5 Milliarden Dollar gezahlt. Als potentielle Käufer kommen informierten Kreisen zufolge nun die Vivendi-Tochter Havas Interactive Inc., Knowledge Universe, Microsoft, Time Warner oder Infogrames Entertainment in Frage.

Mattel ist mit der Learning Co. nie glücklich geworden. Seit das Unternehmen den Hersteller von Lernsoftware im Frühjahr 1999 erwarb, hat die Division Verluste von knapp 300 Millionen Dollar angesammelt. Inzwischen haben führende Mitarbeiter wie Mattels President Ned Mansour und Finanzchef Harry Pearce sowie die Ex-Chefin Jill Barad das Unternehmen verlassen. Die ehemaligen Gründer der Learning Co., Michael Perik und Kevin O´Leary, überraschten die Öffentlichkeit im August 1999 mit dem Verkauf eines großen Mattel-Aktienpakets und stiegen im November 1999 endgültig bei dem Spielzeugkonzern aus.