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Marconi-Übernahme belastet Ericsson

21.07.2006
Die Übernahme von Marconi hat den schwedischen Telekomausrüster Ericsson im abgelaufenen Quartal belastet.

Der Überschuss sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf 5,7 Milliarden schwedische Kronen gesunken, teilte die Gesellschaft am Freitag in Stockholm mit. Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Markt für Mobilfunk-Infrastruktur auf Dollar-Basis moderat zulegen.

Der Gewinn vor Steuern (EBT) sank ebenfalls um zwei Prozent auf 8,3 Milliarden Kronen, während der Umsatz sich um 15 Prozent auf 44,2 Milliarden Kronen erhöhte. Vom Finanzdienstleister SME Direkt befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Vorsteuergewinn in Höhe von 8,13 Milliarden Kronen und einem Umsatz von 44,8 Milliarden Kronen gerechnet. Positiv schlägt für Ericsson die Beteiligung an dem Handy-Hersteller Sony Ericsson zu Buche. Die Gemeinschaftsfirma hat bereits ihre Zahlen vorgelegt und dabei die Erwartungen der Experten übertroffen.

Im abgelaufenen Quartal kündigte Ericsson den Verkauf seiner Rüstungssparte an Saab an. Der Buchgewinn von drei Milliarden Kronen soll die Belastungen durch die Integration von Marconi im laufenden Jahr ausgleichen. Mit dem Kauf seines britischen Konkurrenten läutete Ericsson die Konsolidierung der Telekomausrüster-Branche ein. So fusioniert Alcatel mit Lucent und Siemens und Nokia bündeln ihr Netzwerkgeschäft.

Ericsson hatte nach dem Kauf von Marconi im vergangenen Herbst einen Umbau des Geschäfts angekündigt, wodurch das Ergebnis geschmälert wird. Im zweiten Quartal belief sich der operative Verlust von Marconi auf 0,2 Milliarden Kronen. Über die Integration der Gesellschaft äußerte sich Vorstandschef Svanberg zufrieden: Die Kosteneinsparungen sollten wie geplant bis Ende kommenden Jahres erzielt werden. Nachdem im zweiten Quartal 1000 Stellen abgebaut worden waren, sollen im laufenden Jahresviertel weitere 600 folgen. (dpa/tc)