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Mannesmann vs. Vodafone: EU meldet sich zu Wort

20.01.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um nicht in die Übernahmequerelen von Vodafone und Mannesmann hineingezogen zu werden, hat sich gestern die Europäische Kommission in einer offiziellen Erklärung zu Wort gemeldet. Ein EU-Sprecher erläuterte, die Aussagen der beiden Unternehmen hätten diesen ungewöhnlichen Schritt notwendig gemacht. Der britische Mobilfunkanbieter habe behauptet, er sei zuversichtlich, kartellrechtliche Bedenken könnten bereits im ersten Untersuchungsstadium beseitigt werden. Mannesmann wiederum habe erklärt, die EU könnte Bedingungen für die Fusion verhängen, die die erwünschten Vorteile und den Wert der Vodafone-Aktien erheblich beeinträchtigen könnten.

Brüssel bestätigte, Vodafone habe die Übernahme des Düsseldorfer Konzerns bereits bei der EU zur Genehmigung angemeldet. Am 14. Januar habe die Kommission mit einer ersten Untersuchung der Firmenzusammenlegung begonnen. Diese soll offiziell am 17. Februar beendet werden, kann jedoch um zwei Wochen verlängert werden, falls Vodafone im Fall von wettbewerbsrechtlichen Bedenken Maßnahmen ergreifen müsste. Kommt die EU zu dem Ergebnis, dass ernsthafte Einwände bestehen, so wird eine ausführliche Untersuchung eingeleitet, die die Entscheidung um weitere vier Monate verschiebt. Die EU-Experten werden nun die Konkurrenten und Kunden von Vodafone und Mannesmann nach ihrer Meinung zur Fusion befragen. Zur Position der EU wollte sich Wettbewerbskommissar Mario Monti nicht äußern.