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Mannesmann-Prozess: Anwälte wollen Freispruch

09.07.2004

Im Mannesmann-Prozess haben die Verteidiger einen Freispruch für ihre Mandanten, den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser, Aufsichtsratsvorsitzender Joachim Funk und die Gewerkschaftler Jürgen Ladberg und Klaus Zwickel, gefordert.

Scharfe Kritik übte die Verteidigung an der Staatsanwaltschaft. Die Anklage sei als Antwort auf die öffentliche Empörung über die Millionenprämien vorangetrieben worden. Dabei habe sie den Untreuevorwurf als "Allzweckwaffe wirtschaftlicher Unzufriedenheit" missbraucht. Ein weiterer Vorwurf der Verteidigung lautet, die Staatsanwaltschaft habe Behauptungen aufgestellt, die sie nicht mit Beweisen hat untermauern können. Schließlich forderte einer der Anwälte, dass es "allerhöchste Zeit ist, dass diese Angeklagten frei gesprochen werden".

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer in der vergangenen Woche eine zweijährige Haftstrafe für Ackermann gefordert. Für den ehemaligen Mannesmann-Chef Esser forderte die Anklage zwei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung, der frühere Aufsichtsratschef Funk solle für drei Jahre hinter Gitter.

Das Gericht hatte in einer Zwischenbilanz des Prozesses Ende März mitgeteilt, der Vorwurf der Untreue gegen die Angeklagten habe sich bislang nicht erhärtet. Verteidiger hatten immer wieder erklärt, sie erwarteten Freisprüche. Das Urteil in dem Ende Januar begonnenen Prozess wird noch im Juli erwartet. (hk)