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Mannesmann investiert zehn Milliarden Mark in UMTS-Infrastruktur

22.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Mannesmann AG wird in den kommenden Jahren voraussichtlich zehn Milliarden Mark für den Ausbau der UMTS-Infrastruktur in Deutschland investieren. Der Düsseldorfer Mobilfunkkonzern, nach eigenen Angaben mit zirka 15 Millionen Kunden Marktführer in Deutschland vor der Deutschen Telekom, hatte in der vergangenen Woche für rund 16,6 Milliarden Mark drei Lizenzpakete der dritten Mobilfunkgeneration ersteigert. Wie Mannesmann-Geschäftsführer Jürgen von Kuczkowski gestern bekannt gab, sei die Ersteigerung der drei Frequenzblöcke im größten Markt Europas für sein Unternehmen eine "Pflichtübung" gewesen und bewege sich durchaus im geplanten Rahmen. Nach seiner Einschätzung könnte der Düsseldorfer Carrier schon ab Ende des Jahres 2002 seinen Kunden den UMTS-Service anbieten. Allerdings sei noch offen, mit welchen Partnern Mannesmann die neue

Technik aufbauen werde. Das Unternehmen selbst werde jedoch keine Inhalte für das Internet-Angebot offerieren. Dazu habe man starke Partner wie etwa Yahoo, sagte von Kuczkowski.

Überdies rechnet der Vorsitzende der Mannesmann-Geschäftsführung nicht damit, dass der Mehrheitsaktionär Vodafone zur Finanzierung der UMTS-Lizenzen eine Anleihe ausgibt. Der britische Carrier werde die enormen Summen aus eigenen Mitteln bezahlen. Im Gegensatz zu anderen UMTS-Lizenzinhabern sei Vodafone auch nicht von den Rating-Agenturen abgewertet worden, so von Kuczkowski weiter. Die britische Vodafone ist Mehrheitseigner an Mannesmann, die ihrerseits 65,2 Prozent an der Mannesmann Mobilfunk GmbH hält. Vodafone AirTouch Communications ist mit 34,8 Prozent beteiligt.