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Mannesmann-Affäre: IG-Metall-Chef unter Verdacht

20.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In der Affäre um die Millionenabfindungen bei der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkanbieter Vodafone ist jetzt offenbar auch IG-Metall-Chef Klaus Zwickel ins Visier der Ermittler geraten. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft habe ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Zwickel und den ehemaligen Mannesmann-Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Landberg wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe. IG-Metall-Sprecher Claus Eilrich sagte am Wochenende, ihm sei von einem solchen Verfahren nichts bekannt. Zwickel werde sich nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub in der kommender Woche bei der Staatsanwaltschaft um Aufklärung bemühen, erklärte er. Die Düsseldorfer Behörde lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Wochen in Sachen Millionenabfindungen im ehemaligen Mannesmann-Konzern gegen den früheren Mannesmann-Chef Klaus Esser (Computerwoche online berichtete). Sie untersucht derzeit, ob seine angeblich 60 Millionen Mark schwere Abfindung in Wahrheit Bestechungsgeld war, um seinen Widerstand gegen die Übernahme seines Konzerns durch die Briten zu brechen.

Laut Spiegel wird gegen Zwickel und Landberg als Mitglieder im sogenannten Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten ermittelt, dem auch das Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Josef Ackermann und Mannesmann-Aufsichtsrat Joachim Funk angehört hätten. Dieser soll "in nur wenigen geheimen Sitzungen die Firmenkasse um 160 Millionen Mark" erleichtert haben. Das Geld sei dann "großzügig" auf Mannesmann-Manager und -Pensionäre verteilt worden. Neben Funk und Ackermann werde in dieser Angelegenheit bereits seit längerem auch gegen Vodafone-Chef Chris Gent ermittelt.