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Management-Karussell bei Bull dreht sich weiter

26.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Cyrille du Peloux hat am vergangenen Freitag seinen Posten als Chief Operating Officer (COO) bei dem französischen Computerkonzern Bull an den Nagel gehängt. Der Manager wird jedoch als Chef von Bulls IT-Servicetochter Integris im Unternehmen bleiben. Für diesen Bereich sucht die Muttergesellschaft einen Käufer, um seine prekäre Finanzsituation zu beheben. Du Peloux begründete seinen Rücktritt damit, dass er zusammen mit der Venture-Capital-Gruppe Apax Partners an dem Bieterverfahren um Integris teilnehmen wolle. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet, sollen weitere drei Parteien ihr Interesse an der Bull-Tochter bekundet haben, darunter die französische Finanzgruppe Caravelle und der US-Technologieanbieter EDS. Der vierte Interessent ist nicht bekannt.

In der vergangenen Woche hatte bereits Bull-Chef Guy de Panafieu seinen baldigen Rücktritt bekannt gegeben (Computerwoche online berichtete). Sobald ein Nachfolger gefunden ist, will er das Unternehmen verlassen. Mit einer Entscheidung rechnen Branchenkreise bereits in dieser Woche. Die französische Regierung hat dem defizitären Konzern zudem ein Darlehen in Höhe von 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Ob Bull dieses Angebot annehmen kann, ist fraglich, denn den EU-Kartellwächter sind übermäßige staatliche Finanzhilfen für Unternehmen ein Dorn im Auge. Bull war bereits in der Vergangenheit mehrmals Nutznießer staatlicher Zuwendungen. (ka)