DV-Manager müssen alle Rechnerklassen nutzen

Mainframe-Ausbau geht trotz steigender Softwarekosten unvermindert weiter

26.09.1997

MÜNCHEN (CW) - Anwender in den USA sind unentschlossen, wo sie neue Applikationen ablaufen lassen sollen. Trotz steigender Kosten, insbesondere für Mainframes, werden diese ausgebaut. Zugleich wandern Applikationen vom Host auf Unix- und NT-Server.

Die amerikanische Gartner-Group-Tochter Datapro Information Services Group Inc. befragte 421 amerikanische Unternehmen, die Mainframes einsetzen, über ihre Erweiterungspläne. 32 Prozent dieser Firmen wollen neue Applikationen Mainframe-Hosts anvertrauen, 33 Prozent Unix-Rechnern, 29 Prozent NT-Maschinen und 27 Prozent PC-LANs.

IT-Manager befinden sich momentan in einer recht unbefriedigenden Lage: Einerseits investieren sie in den Ausbau der Main- frame-Kapazität, andererseits klagen sie über steigende Kosten für Software und Verwaltung der Großrechner und verlagern Prozesse auf Unix- und NT-Server. Die Datapro-Analysten fanden heraus, daß fast 40 Prozent der Mainframe-Kunden im kommenden Jahr ihre Rechenschränke erweitern wollen. Zugleich erhöht sich die Zahl der an die Rechen-Boliden angeschlossenen Endbenutzer auf 1239 im Durchschnitt - mehr als je zuvor.

"Das IT-Management erkennt, daß es alle Kategorien von Hardware nutzen muß, um zu überleben", erklärte Ed Cowger, Chef-Analyst von Datapro. Die Schlacht zwischen PCs, Servern und Mainframes sei geschlagen. Nun komme es für die DV-Leiter darauf an, die verschiedenen Welten zu verbinden. Dies aber treibe die Softwarekosten, um Großrechner zu verwalten, in die Höhe. Dies bestätigen Marktforscher der Meta Group, die erwarten, daß die Preise für Mainframe-Software in den kommenden Jahren um rund zehn Prozent jährlich steigen und damit die Hardwarekosten fast übertreffen.