Neuer Rechner mit der gesamten Produktpalette kompatibel:

MAI bringt Mikrocomputer mit Wordstar

08.04.1982

FRANKFURT (ha) - Einen Mikrocomputer und einen "Datenbankrechner" will die MAI Deutschland GmbH auf der diesjährigen Hannover-Messe präsentieren. Beide Systeme laufen unter dem Betriebssystem Boss und sind nach Angaben des Frankfurter MDT-Anbieters kompatibel zu allen anderen MAI-Produkten.

Mit einer Hauptspeicherkapazität von 1,5 bis 2 MB und bis zu 64 anschließbaren Terminals stellt der Datenbankrechner "810" das derzeit größte Computersystem der Frankfurter dar. Die neue Betriebssystemvariante Boss/VS (VS = Virtueller Speicher) erlaubt MAI-Angaben zufolge die maschinelle Konvertierung aller Programme, die für die Betriebssysteme BB/III und BB/IV geschrieben wurden.

Die 810 ist als Mehrprozessor-Anlage konzipiert. Dadurch sei die Ausfallsicherheit des Systems wesentlich höher als bei konventionellen Systemen. Insbesondere dort, wo heute moderne Mikros die traditionellen MDT-Rechner des Frankfurter Unternehmens anknabbern, will MAI-Geschäftsführer Helmut Schneider mit dem Mikrocomputer System "10" wieder Boden gewinnen. Als besondere Eigenschaft ihres neuen Rechnerzwerges heben die Hessen hervor, daß der Mikro sowohl mit den hauseigenen Anwenderprogrammen (unter Boss in der Version BB/M) laufe, als auch mit Programmen, die für das verbreitete CP/M einschließlich der Wordstar-Textverarbeitung geschrieben sind. MAI wendet sich mit dem System 10 nicht nur an DV-Einsteiger oder Fachabteilungen mit Insellösungen. Als Terminal könne der Mikro auch an bestehende MAI-Anlagen angeschlossen werden und somit einen Platz innerhalb von Organisationssystemen finden. Ohne Drucker soll das Modell 10 rund 15 000 Mark kosten.

Neben MAI nutzen auch die Universalrechner-Hersteller ICL und Burroughs das CeBIT-Forum für Personal-Computer-Premieren. Die Schau stehlen könnte den Frankfurtern jedoch insbesondere MDT-Konkurrent Olivetti, der ebenfalls mit einem Kommerz-Mikro im Messegepäck anreist.