13 Zoll ohne Touchbar

Macbook Pro 2016 13 Zoll im Test

18.12.2016
Von Martin André
Inkompatible Anschlüsse, kaum Innovationen, veraltete Chips. Nach der Vorstellung der neuen Macbook-Pro-Modelle gab es im Netz viel Schelte für Apple. Doch ist das wirklich so? Uns liegt das erste neue Modell der Reihe in Form des 13 Zoll Macbook Pro ohne Touchbar vor.

Ja, es ist dünner und leichter geworden und es bricht mit vielen Traditionen, vor allem, was lieb gewonnene Anschlüsse angeht. Dass Apple auf USB 3 Typ C setzen wird, ist keine Überraschung, denn das 12-Zoll-Macbook ging diesen Schritt bereits Anfang 2015. Da ist es nur natürlich, dass eine neue Pro-Generation diesem Beispiel folgen wird. Und Apple wäre nicht Apple, wenn es hier an Konsequenz vermissen lassen würde. Und so fliegen gleich alle Anschlüsse (mit Ausnahme der 100 Jahre alten analogen Kopfhörerbuchse) raus. Kein Thunderbolt 2, kein HDMI, kein USB Typ A, kein SD-Kartensteckplatz … all das muss man nun per Adapter nachrüsten. Die gute Nachricht: man kann es nachrüsten! So gesehen lässt sich das Macbook Pro genau den Bedürfnissen des jeweiligen Anwenders anpassen. Man bekommt nur die Ports, die man auch wirklich benötigt. Ok, man muss zusätzliche Kosten einplanen, aber nach der Preissenkung der Adapter geht das völlig in Ordnung. Einen USB-Typ-A-Adapter bekommt man beispielsweise für neun Euro. Das kann man gelten lassen.

Kurzfazit Design & Gehäuse: Leichter und kleiner ist immer besser.

Die Schnittstelle der Gegenwart und Zukunft: Thunderbolt 3

Da ist sie nun endlich: eine Schnittstelle, die alles kann. Thunderbolt 3 erschlägt in der Praxis wirklich alles, was man sich vorstellen kann. USB? Na klar, sogar Version 3.1 mit 10 GBit/s, doppelt so schnell wie vorher. Displayport? Auch das, sogar 5k-fähig. Stromversorgung? Ja, ist auch dabei. Das 60-Watt-Netzteil lädt unser Testgerät in knapp zweieinhalb Stunden wieder auf. Thunderbolt? Ist auch drin, per Adapter auf den Thunderbolt-2-Anschluss kann man alle bisherigen Geräte und Adapter weiter nutzen. Dank des PCI-Express-Protokolls gibt es hier quasi keine Einschränkungen mehr. USB, Firewire, Ethernet, FibreChannel, sogar externe Grafikkarten sind denkbar (unter Windows klappt das sogar schon). Das ist die Zukunft der Schnittstellen und alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen, wissen das. Einer muss halt vorangehen und dafür die Schelte kassieren, in drei bis fünf Jahren redet keiner mehr davon, dann haben alle Computer nur noch diese eine Schnittstelle, diese Prophezeiung wagen wir an dieser Stelle einmal.

Im Test jedenfalls schlägt sich die neue Schnittstelle glanzvoll. Hat man den richtigen Adapter zur Hand, klappt alles so, wie es sein soll: Booten von einem USB-3-Stick? Kein Problem. Inklusive Betrieb eines 15 Jahre alten USB-Spektrometers von Gretag. Das ist Rückwärtskompatibilität!

Kurzfazit Schnittstellen: Auch wenn es am Anfang weh tut, der Weg ist richtig!

CPU und Grafikchip

Der direkte Vorgänger kam mit einem Intel-Chip aus der Broadwell-Reihe (2015). Nun kommt ein Skylake-Chip zum Einsatz, der eigentlich auch schon wieder ein Jahr alt ist. Doch die Nachfolge-Generation Cannonlake verschiebt sich laut Intel auf das Jahr 2017 und der Zwischenschritt "Kaby-Lake", den Intel zur IFA 2016 vorstellte war offensichtlich für Apple nicht interessant genug oder einfach zum Entwicklungszeitpunkt noch nicht greifbar.

Zwei Kerne und vier Threads, dank Hyperthdreading lastet der Core i5 die beiden Kerne voll aus. Dennoch, im Vergleich zum Vorgänger Broadwell ist die Skylake-CPU kaum schneller geworden
Zwei Kerne und vier Threads, dank Hyperthdreading lastet der Core i5 die beiden Kerne voll aus. Dennoch, im Vergleich zum Vorgänger Broadwell ist die Skylake-CPU kaum schneller geworden
Praxis, Ratgeber und Tipps

Praxis, Ratgeber und Tipps

Unsere Tests zeigen klare Ergebnisse: Der mit 2.0 GHz getaktete Skylake-Chip (Core i5-6360U) liefert in etwa die gleiche Rechenleistung, wie der Vorgänger im 2015er Modell, jedoch bei deutlich niedrigerer Basistaktfrequenz. Geekbench 3 meldet beim Single-Core-Test einen Punktestand von 3399 für das neue Macbook Pro gegenüber 3341 für das 2015er Modell. Das zieht sich auch durch fast alle CPU-lastigen Praxistests, wie beispielsweise 3D-Renderig in Cinema 4D. Wirklich schneller ist die neue CPU nicht.

Ein ganz anderes Bild ergeben jedoch die Grafik-Tests. Die neue integrierte Grafik-Karte Iris Graphics 540 liefert in unseren 3D- und OpenCL-Tests durchwegs fast 25 Prozent mehr Leistung als der Vorgänger. Intel macht hier offensichtlich einen guten Job, auch wenn die Chipsatzgrafik von der 3D-Leistung her nach wie vor hinter diskreten Grafikprozessoren zurückbleibt. Dennoch: die Werte sind beeindruckend. Erstmals wird es mit einer Chipsatzgrafik möglich, halbwegs aktuelle 3D-Spiele in voller Retina-Auflösung zu spielen. Call of Duty 4 erreicht in dieser Disziplin beispielsweise immerhin 24 fps. Das ist durchaus spielbar. Schraubt man die Auflösung herunter, gibt es gar nichts mehr zu beanstanden. In 1280 mal 800 Pixel erreicht das Spiel fast 70 fps. Etwas moderner als CoD 4 ist das Spiel Batman Arkham City. Hier erreicht die Chipsatzgrafik immerhin knapp 40 fps in 720p-Auflösung.

Anwendungen, die zur Unterstützung der Haupt-CPU rechenintensive Ausfgaben auf den Grafikprozessor auslagern, profitieren ebenfalls. Das zeigt sich besonders in Final Cut Pro X. Unser Testprojekt rendert das Macbook Pro in 21 Sekunden durch. Der Vorgänger war hier noch gut 30 Sekunden beschäftigt.

Kurzfazit CPU & Grafik: Kaum schnellere CPU aber deutlicher Sprung bei der 3D-Leistung