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Lucent schreibt Milliardenverlust und kürzt weitere Stellen

25.07.2001
Der Netzausrüster Lucent hat einen Quartalsverlust in Milliardenhöhe gemeldet. Zudem gab der Konzern bekannt, weitere Stellen zu streichen und den Großteil seines Glasfasergeschäfts zu verkaufen, um den freien Fall aufzuhalten.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der TK-Ausrüster Lucent Technologies hat für das dritte Fiskalquartal 2001 einen Nettoverlust von 3,25 Milliarden Dollar oder 95 Cent je Anteilschein ausgewiesen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag das Defizit noch bei 301 Millionen Dollar oder neun Cent pro Aktie. Ausgenommen einmaliger Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 684 Millionen Dollar, Goodwill-Abschreibungen und akquirierte immaterielle Werte betrug der Konzernverlust 1,89 Milliarden Dollar oder 55 Cent je Anteilschein gegenüber einen Gewinn von 286 Millionen Dollar oder neun Cent pro Aktie im Vorjahresquartal. Der Umsatz sank im Vergleich zum dritten Quartal des vergangenen Jahres von 5,91 Milliarden auf 5,82 Milliarden Dollar.

Außerdem gab das Unternehmen bekannt, weitere 15.000 bis 20.000 der insgesamt 104.000 Angestellten zu entlassen, um den Konzern wieder in die Gewinnzone zu bringen. Seit Anfang des Jahres hat die finanziell angeschlagene Netzwerk-Company bereits zirka 19.000 Mitarbeitern die Arbeitsverträge gekündigt (Computerwoche online berichtete). Für die laufende Restrukturierung rechnet Lucent im kommenden Quartal mit einmaligen Aufwendungen in Höhe von bis zu neun Milliarden Dollar. Im Geschäftsjahr 2002 will das Unternehmen wieder in die Gewinnzone aufsteigen und einen positiven Cash-Flow ausweisen.

Lucent kündigte weiterhin an, zwei Fertigungswerke in Oklahoma City und Columbus im US-Bundesstaat Ohio an den Elektronikzulieferer Celestica für bis zu 650 Millionen Dollar zu verkaufen. Den Großteil seines Glasfasergeschäfts wird der Konzern an das japanische Unternehmen Furukawa Electric Co. für zirka 2,53 Milliarden Dollar veräußern. Zudem trennt sich das Unternehmen von seinen Anteilen an den beiden Joint Ventures Lucent Technologies Shanghai Co. und Beijing Optic Cable Co. Diese gehen für etwa 225 Millionen Dollar an den auf optisches Kommunikationsequipment spezialisierten US-Hersteller Corning.