Gedrosseltes Tempo

LTE für Telefonica-Partner Tchibo, Blau, Aldi Talk etc.: Aufpassen!

28.05.2019
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Telefónica Deutschland wirbt damit, dass es auch seinen Partnern wie Tchibo Mobil, Blau und Aldi Talk sein LTE-Netz anbietet. Doch dabei ist eine wichtige Einschränkung zu beachten!

Telefónica Deutschland wirbt aktuell damit, dass die Zweit- und Partnermarken von Telefonica vom Ausbau des LTE-Netzes von O2 profitieren würden. Das mag grundsätzlich richtig sein, soweit es um Vorteile bei der Netzabdeckung, den Latenzzeiten und der Sprachqualität geht. Doch es gilt eine wichtige Einschränkung ausgerechnet beim wichtigsten Vorteil von LTE zu beachten: der Surfgeschwindigkeit.

Vorsicht: LTE-Geschwindigkeit ist nicht gleich LTE-Geschwindigkeit!
Vorsicht: LTE-Geschwindigkeit ist nicht gleich LTE-Geschwindigkeit!
Foto: Telefónica Deutschland

Telefónica Deutschland schreibt wörtlich: „Häufig wird …mit Blick auf Discount- und Partnermarken beklagt, dass diese keinen Zugang zum schnellen LTE (4G)-Netz hätten.“ Und weiter: „Als einziger deutscher Mobilfunkbetreiber bietet Telefónica Deutschland grundsätzlich all seinen Kunden und Partnern das leistungsstarke LTE (4G)-Netz an... Kunden der Zweit- und Partnermarken wie Blau, Tchibo Mobil oder Aldi Talk können bereits seit Jahren automatisch und ohne Mehrkosten…auch auf das LTE (4G)-Netz zugreifen… Durch den LTE-Zugriff kommen ihnen höhere Geschwindigkeiten, geringere Latenzzeiten und eine verbesserte kombinierte Breitbandabdeckung über UMTS und LTE in der täglichen Nutzung ihrer Tarife zugute.“

Zitat: "Als einziger deutscher Mobilfunkbetreiber bietet Telefónica Deutschland grundsätzlich all seinen Kunden und Partnern das leistungsstarke LTE (4G)-Netz an." Das stimmt zwar "grundsätzlich", aber mit einer wichtigen Einschränkung.
Zitat: "Als einziger deutscher Mobilfunkbetreiber bietet Telefónica Deutschland grundsätzlich all seinen Kunden und Partnern das leistungsstarke LTE (4G)-Netz an." Das stimmt zwar "grundsätzlich", aber mit einer wichtigen Einschränkung.

Das ist wie gesagt grundsätzlich richtig: Wer zum Beispiel mit Aldi Talk oder Tchibo Mobil im Netz von O2 unterwegs ist, sieht auf seinem Smartphone durchaus das LTE-Verbindungssymbol und kann damit grundsätzlich auch mit LTE surfen. Doch mit dem vollen LTE-Tempo, das O2-Kunden nutzen können, haben die Geschwindigkeiten von Tchibo Mobile oder Aldi Talk sowie anderer Marken, die das O2-Netz von Telefonica nutzen, nichts zu tun.

Denn während O2-Kunden mit theoretisch bis zu 225 Mbit/s mobil surfen (bei Vodafone und Deutscher Telekom sind bis zu 300 Mbit/s im Downstream möglich), deckelt Tchibo bei Tchibo Mobil das maximale LTE-Tempo bei 21,6 Mbit/s im LTE-Netz. Auch bei Aldi Talk ist bei LTE mit maximal 21,6 Mbit/s im Download Schluss, ebenso bei Blau. (PC-Welt)