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Longhorn: Microsoft will mehr Standardbenutzer

29.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In der nächsten Windows-Version "Longhorn", die in der Desktop-Ausführung Ende 2006 auf den Markt kommen soll, dürfen Benutzer mit Standard-Zugriffsrechten mehr Dinge tun als bislang gewohnt. Microsoft möchte auf diese Weise erreichen, dass weniger Nutzer mit Admin-Rechten arbeiten, erklärte Brad Goldberg, General Manager der Windows Client Business Group.

Auf diese Weise solle "die Angriffsfläche von Schwachstellen" verringert werden, sagte Goldberg. Beim aktuellen Windows können Administratoren, die Anwendern ein paar Rechte mehr einräumen wollen, dies nur durch Bereitstellen der vollen Rechte erreichen.

Bei normalen Benutzerkonten ist es aber gegenwärtig teils schon nicht möglich, Programme auf dem Rechner zu installieren oder die Internet-Einstellungen zu verändern. Damit wird zwar verhindert, dass versehentlich Malware heruntergeladen oder das Netz für Angreifer geöffnet wird. Die Folge ist aber, dass zurzeit geschätzte 80 Prozent aller Unternehmensnutzer Administratorrechte für ihren PC haben.

Mit Longhorn will Microsoft versuchen, diesen Anteil auf rund 20 Prozent zu drücken, in dem die Benutzerrechte erweitert werden, aber gleichzeitig bestimmte Funktionen geschützt bleiben, die aus Sicht des Herstellers doch besser in Händen von Administratoren verbleiben. Longhorn-Standardbenutzer werden laut Goldberg zum Beispiel Programme installieren dürfen, wenn sie dafür ein entsprechendes Passwort zugewiesen bekommen haben.

"Das ist gewiss ein guter Schritt", findet Mark Litchfield, Sicherheitsberater bei Next Generation Security Software. "Das bedeutet, dass Microsoft proaktiver wird statt sich auf die Endanwender zu verlassen." (tc)