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Longhorn läuft auch auf älteren PCs

28.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft empfiehlt zwar für den Einsatz seines kommenden Windows "Longhorn" einen möglichst modernen PC, trotzdem wird das für Ende kommenden Jahres avisierte Betriebssystem aber auch noch auf einer Menge älterer Rechner lauffähig sein. Allerdings wird es dort anders aussehen - eher wie Windows XP, erläutert Richard Russell, Entwickler in der Windows-Abteilung des Softwarekonzerns.

"XP ist XP ist XP", erklärte Russell. "Longhorn ist ganz anders. Es wird richtig skalieren." Insgesamt vier Grafikstufen stehen dem Betriebssystem zur Verfügung. "Aero" und "Aero Glass" verwenden neue Composite-Grafiken, die Shell der Highend-Variante Glass wartet dabei mit zusätzlichen 3D-Effekten und Übergängen auf. Dafür sollten es dann schon eine 3-Gigahertz-CPU und 512 MB Arbeitsspeicher sein.

Nach unten hin gibt es dann die "To-Go"-Grafik für Notebooks und andere neue Consumer-Geräte. Sie hat ähnliche Farbschemata wie Aero, verzichtet aber auf allerlei grafischen Schnickschnack. Last, but not least deckt ein "Classic"-Modus mit der Anmutung von Windows XP oder gar 2000 das Lowend ab. Dafür könnte laut Microsoft sogar ein PC mit 128 MB Arbeitsspeicher ausreichen.

Die Skalierung und Anpassung an die Hardware beschränkt sich indes nicht allein auf die grafische Darstellung. Je mehr Leistung ein PC aufweist, desto mehr Möglichkeiten bietet entsprechend das Betriebssystem. In diesem Zuge plant Microsoft unter anderem ein neues Logo-System, mit dem Hersteller für Longhorn optimierte Rechner besonders kennzeichnen können.

Russell ergänzte, Microsoft werde beim Upgrade auf Longhorn sicherstellen, dass die Systemeinstellungen für die jeweilige Hardware optimiert seien. Nutzer könnten diese Voreinstellungen aber auch weiterhin verändern.

Michael Cherry, Analyst von Directions on Microsoft, findet allerdings, dass sich der Softwarekonzern bezüglich der Hardware-Anforderungen für Longhorn noch immer viel zu vage äußert. Zwar habe Microsoft einige Details zu Prozessor- und Speichervoraussetzungen herausgelassen. Trotzdem wüssten Firmen beispielsweise noch zu wenig darüber, welche Grafikkarten sie für neue PCs aussuchen sollten.

Es sei enttäuschend, dass Microsoft noch kein "Longhorn-ready"-Richtlinien parat habe, damit Firmen beim Kauf von PCs sicher sein könnten, dass auch das nächste Windows darauf laufen werde. "Ich verstehe nicht, dass sie - auf einer Hardwaremesse - nicht in der Lage sind, uns diese Spezifikation in die Hand zu drücken", sagte der Experte auf der WinHEC in Seattle. (tc)