Hybride Cloud-Strategien für den Mittelstand

Die Cloud als Innovationstreiber: Ganzheitliche Strategien, Konzepte und praktische Ratgeber für Ihr digitales Business.

Steigender Trend zur Repatriierung

Lohnt sich der Rückzug aus der Public Cloud?

25.09.2020
Cloud Computing bleibt auf Wachstumskurs. Trotzdem planen immer mehr CIOs, Workloads aus der Public Cloud ins lokale Rechenzentrum zurückzuholen. Sie sind gut beraten, sorgfältig zu prüfen, ob eine Repatriierung tatsächlich die gewünschten Vorteile bringt.

Nachdem der Trend zur Cloud jahrelang ungebrochen gewesen ist, macht sich nun eine gegenläufige Entwicklung bemerkbar. So kommt eine IDC-Studie zum Ergebnis, dass 80 Prozent der IT-Entscheider 2018 einen Teil ihrer Kerndaten und zentralen Anwendungen ins eigene Haus zurückgeholt haben. Durchschnittlich gehen die Unternehmen sogar davon aus, dass bis Ende 2020 rund 50 Prozent der Applikationen aus der Public Cloud an private oder lokale Hosting-Standorte zurückgegeben werden.

Immer mehr CIOs holen Daten und Workloads aus der Public Cloud ins eigene Rechenzentrum zurück.
Immer mehr CIOs holen Daten und Workloads aus der Public Cloud ins eigene Rechenzentrum zurück.
Foto: microstock3D - shutterstock.com

Direkte Kostenvorteile bleiben aus

Der Grund: Viele Cloud-Migrationen bringen nicht die direkten Kostenvorteile, die unter CIOs als Kernargument für die Auslagerung galten - im Gegenteil. "Unternehmen machen die Erfahrung, dass die Einführung von Cloud Computing ihre IT-Budgets nach oben treibt," unterstreicht Roland König, Geschäftsführer Bechtle München/Regensburg und Leiter Geschäftsfeld Virtualisierung der Bechtle AG. "Doch allein die Cloud-Kosten zu betrachten, reicht nicht aus. Denn die Cloud ist zunächst nur eine spezielle IT-Darreichungsform und versetzt keinen Betrieb automatisch in die Lage zu sparen." Wer das tatsächliche Einsparpotenzial ermessen will, muss andere betriebswirtschaftliche Kennzahlen mit einbeziehen.

So ermöglichen es neue Technologien wie Cloud Computing, Geschäftsprozesse zu digitalisieren. In der Folge sinken die Ausgaben und die Produktivität wächst. Beispielsweise sind durch den hohen Automatisierungsgrad digitaler Abläufe weniger manuelle Eingriffe und Abstimmungen erforderlich. Zudem trägt die Digitalisierung zu einer besseren Befriedigung der Kundenbedürfnisse sowie schnelleren Liefer- und Fertigungszeiten bei.

Ein weiterer Pluspunkt der Cloud-Nutzung: Sie führt zur Entwicklung innovativer digitaler Geschäftsmodelle. Unternehmen können damit neue Produkte und Services generieren und ihre Umsätze und Marktanteile steigern. Das sichert die Wettbewerbsfähigkeit.

IoT-Szenarien stellen in diesem Zusammenhang einen Sonderfall dar. "Geht es um Services, bei denen große Datenmengen hin- und herbewegt werden müssen, ist der Betrieb in der Cloud tatsächlich unrentabel", betont König. "Denn diese Services lassen den Bedarf an Bandbreite und die Kosten in die Höhe schnellen, außerdem beansprucht die Übertragung viel Zeit." So stellen viele Unternehmen fest, dass es aufgrund von Latenzzeiten für sie manchmal schwierig wird, an bestimmte Daten heranzukommen.

Zuwachs an Agilität und Flexibilität

Die Praxis zeigt: Wer Anwendungen und Daten in die Cloud migriert, profitiert in erste Linie von mehr Agilität und Flexibilität. Bei Bedarf kann die Cloud-Infrastruktur schnell vergrößert oder verkleinert werden, um Schwankungen bei Workloads zu unterstützen. Erst dann werden Unternehmen produktiver und sparen Kosten. "Dies wurde gerade in der Corona-Krise deutlich, als die etablierten Lieferketten quasi über Nacht wegbrachen und die Betriebe zwangen, sich rasch auf die veränderten Geschäftsbedingungen einzustellen", erläutert Cloud-Experte König.

Unternehmen, die das Potenzial der Cloud heben wollen, brauchen eine Digitalisierungsstrategie, die die Geschäftsanforderungen und Prozesse einbezieht. Bechtle kann seine Kunden dabei gezielt beraten. Basis ist ein bewährtes mehrphasiges Vorgehensmodell zur Unterstützung von Transformationsprojekten. Bechtle hat damit bereits zahlreiche internationale Kunden auf dem Weg in die Cloud begleitet - und setzt es erfolgreich auch bei Repatriierungs-Vorhaben ein. "Für unser Vorgehen ist es unerheblich, ob ein Unternehmen Workloads in die Cloud verlagern oder in die eigene IT-Umgebung zurückholen will", erläutert Roland König.

IT-Business-Architekten bauen Brücke

Jedes Repatriierungs-Projekt beginnt mit einer Business-Analyse, welche Ziele ein Kunde konkret damit verbindet. Dazu werden Interviews mit der Geschäftsleitung und den Fachvertretern geführt und gemeinsame Innovations-Workshops veranstaltet. Parallel dazu wird die gesamte IT-Infrastruktur des Kunden überprüft und ein detaillierter Projektplan erstellt. Dazu setzt Bechtle zertifizierte IT-Business-Architekten ein, die die Brücke zwischen Technik und geschäftlichem Erfolg schlagen.

In Innovations-Workshops wird analysiert, welche Ziele ein Unternehmen mit Repatriierungs-Projekten verfolgt.
In Innovations-Workshops wird analysiert, welche Ziele ein Unternehmen mit Repatriierungs-Projekten verfolgt.
Foto: Sushiman - shutterstock.com

"Bei der Bestandsaufnahme stellt sich immer wieder heraus, dass es durchaus Workloads gibt, die in der Cloud nicht optimal aufgehoben sind", berichtet König. "Zu diesem Schluss kommt auch unser Whitepaper über die Nutzung von Datacenter und Cloud." Dies kann zum Beispiel auf die mangelnde Performance einer Anwendung beruhen oder finanzielle Gründe haben. Am Ende fließen sämtliche Ergebnisse der Business-Analyse in ein Konzept für die künftige IT-Architektur ein, das Bechtle dem Kunden mitsamt einem Projektplan präsentiert.

Hybrid Cloud fördert Repatriierung

Ein Motor für den Anstieg der Repatriierungs-Projekte ist die vermehrte Nutzung der Hybrid Cloud. Denn sie eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Workloads dort zu platzieren, wo sie am besten passen - das eigene Rechenzentrum eingeschlossen. Bechtle unterstützt auch hier und bietet ein zentrales Cloud-Portal an, das eine einheitliche Bereitstellung, Verwaltung und Abrechnung hybrider Cloud-Umgebungen umfasst. CIOs können damit sämtliche Services vollautomatisiert aus einer Hand beziehen und flexibel den wechselnden Geschäftsanforderungen anpassen.

Nicht immer macht Public-Cloud-only Sinn – der goldene Mittelweg verbindet Public Cloud Services mit der vorhandenen On-premise- oder Vor-Ort-Umgebung. Erfahren Sie, wie Sie mit Bechtle eine zukunftsstarke IT-Infrastruktur planen und umsetzen können.

Cloud-Projekte richtig managen

Cloud-Projekte sind komplex. Es geht um die richtige Anbindung, um Continuity und Governance. Erfahren Sie, wie ein (guter) Migrationsplan all diese Abhängigkeiten…

Jetzt schlau machen

Warum Cloud-Projekte scheitern

Der Plan für die Cloud-Migration ist da. Doch er geht selten auf wichtige Cloud-Abhängigkeiten ein. Das sind die 5 wichtigsten Gründe, warum Cloud-Projekte scheitern.

Jetzt die Gründe erfahren