Logica und CMG bündeln ihre Kräfte

23.10.2002
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Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Von der Übernahme des Konkurrenten Computer Management Group (CMG ) erhofft sich Logica eine stärkere Marktstellung. Doch mit Ausnahme des Mobile-Messaging-Segments bleibt es für den britischen IT-Dienstleister schwierig, sich gegen IBM , EDS oder CSC durchzusetzen.

Nach dem Zusammenschluss würde Logica/CMG in die von dem Marktforschungshaus Pierre Audoin Consultants (PAC) erstellte Top-Ten-Liste der europäischen IT-Dienstleister einziehen.

Manchmal behalten Analysten eben doch recht. Nach der spektakulären Übernahme von Pricewaterhouse Coopers Consulting (PWCC) durch IBM prognostizierten etliche Marktbeobachter eine Konsolidierungswelle. Gerade kleinere und mittlere IT-Serviceanbieter müssten sich nun entscheiden, kommentierte etwa Pascal Matzke von der Giga Information Group: Entweder sie konzentrieren sich auf lukrative Marktnischen, oder sie expandieren. Logica scheint sich zu Letzterem entschlossen zu haben.

Auf den ersten Blick erscheint eine Fusion mit dem britisch-niederländischen Rivalen CMG durchaus sinnvoll: Beide Unternehmen offerieren eine breite Dienstleistungspalette, die von Management-Beratung über Systementwicklung und -integration bis hin zu Outsourcing-Services reicht. Und beide sind spezialisiert auf den Markt für Mobile-Messaging-Systeme, wie sie vor allem von Betreibern mobiler Netze nachgefragt werden. Legt man die Aktienkurse vom 8. Oktober zugrunde, hätte das Gemeinschaftsunternehmen einen Börsenwert von rund 1,5 Milliarden Euro.

Dass Logica mit der Übernahme eine Verbreiterung seines Angebots anstrebt, ist allerdings unwahrscheinlich. „Bei diesem Merger geht es nicht um die Ausweitung des Serviceportfolios, sondern darum, die Marktposition zu konsolidieren“, urteilt etwa der Londoner IDC-Analyst Jamie Snowdon. Sein Kollege Ned May aus der IDC-Zentrale in Framingham, Massachusetts, bewertet die Motive des Logica-Managements ähnlich: „In unsicheren Zeiten wollen Unternehmen mit Partnern zusammenarbeiten, die sie als stabil betrachten.“ Schon seit längerem sei im IT-Servicemarkt eine Abkehr von kleineren Anbietern zu beobachten. Die Dienstleister kämpfen zudem mit Überkapazitäten und sinkenden Preisen.