LiPS: ein neuer Versuch fürs Standard-Linux

14.11.2005
Offene Software hat viele Vorteile: jeder kann mithelfen, sie zu entwickeln, jeder hat Einblick in ihren Quellcode und kann seine Probleme unter Umständen selbst lösen und sie ist in der Regel kostenlos erhältlich, weil der Code ohnehin offenliegt - nur die Nutzungslizenz muss man noch beachten. Das ganze hat einen gravierenden Nachteil: trotz aller Behauptungen, das "Basar"-ähnliche Entwicklungsvorgehen habe dem monolithischen Wasserfallmodell wie es große Softwarefirmen anwenden, ausschließlich Vorteile, geraten Zweige und Versionen von großen offenen Softwaresystemen zunehmend außer Kontrolle...

Offene Software hat viele Vorteile: jeder kann mithelfen, sie zu entwickeln, jeder hat Einblick in ihren Quellcode und kann seine Probleme unter Umständen selbst lösen und sie ist in der Regel kostenlos erhältlich, weil der Code ohnehin offenliegt - nur die Nutzungslizenz muss man noch beachten. Das ganze hat einen gravierenden Nachteil: trotz aller Behauptungen, das "Basar"-ähnliche Entwicklungsvorgehen habe dem monolithischen Wasserfallmodell wie es große Softwarefirmen anwenden, ausschließlich Vorteile, geraten Zweige und Versionen von großen offenen Softwaresystemen zunehmend außer Kontrolle. So geschehen beim mobilen Part des beliebten Betriebssystems.

Um die Verwirrung um die verschiedenen Versionen und den Wildwuchs der Systeme etwas einzudämmen, beschlossen PalmSource, Orange und einige Chipsethersteller heute, ein Gremium zu schaffen, das gemeinsame Schnittstellen fürs mobile Linux erarbeiten soll. Hauptziel des Linux Phone Standards Forums (LiPS) ist es, dem auf dem europäschen Mobilfunkmarkt kaum vertretenen System den Rücken zu stärken, indem es die Entwicklergemeinde mit verlässlichen Profilen und Schnittstellen versorgt, die geräteübergreifend funktionieren. Damit soll in erster Linie das Standing gegenüber etablierten Plattformen wie Symbian oder Windows Mobile verbessert werden. Das erste zu erarbeitende Profil wird elementare Telefonfunktionen und die Lauffähigkeit einfacher Programme gewährleisten und soll im ersten Quartal 2006 erscheinen. Mit ersten Geräten, die das System nutzen, sei gegen 2007 zu rechnen.

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