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Linuxworld: Sun bringt ersten Allzweck-Server

12.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Scott McNealy höchstpersönlich, der CEO (Chief Executive Officer) von Sun Microsystems, wird heute um zehn Uhr morgens Ortszeit (19 Uhr MESZ) die Linuxworld Conference and Expo in San Francisco mit seiner Keynote eröffnen und das verstärkte Engagement seines Unternehmens in Sachen Linux erläutern. Die meisten Details sind bereits bekannt.

Mit dem Zukauf von Cobalt Networks hat Sun bereits seit geraumer Zeit x86-basierte Server mit Linux-Betriebssystem im Programm. Die Cobalt-Maschinen sind allerdings spezialisierte so genannte Appliances. Mit dem "LX 50" bringt Sun nun erstmals einen General-Purpose-Server mit Intel-Prozessoren auf den Markt. Konkret gibt es die Maschine für knapp 2800 Dollar mit einem 1,4 Gigahertz schnellen Pentium III; die Zwei-Wege-Ausführung kostet zirka 5300 Dollar.

Der LX 50 läuft mit einer hauseigenen Variante des Open-Source-Betriebssystems. Das Unternehmen betont, dass es sich bei "Sun Linux 5.0" um wenig anderes als eine leicht modifizierte Version des Kernels 2.4 handelt. "Statt eine Standardversion unverändert weiterzureichen, haben wir ein paar Bugs gefixt und das System für unsere Maschinen optimiert", erläutert Director Graham Lowell. Die Anpassungen erlaubten mehr Leistung und Support.

Neben Linux lässt sich auf der Maschine auch Solaris als Betriebssystem verwenden. Vor einigen Monaten hatte Sun die x86-Variante seines kommerziellen Unix-Derivats noch abgekündigt und damit für einige Verärgerung der Kundschaft gesorgt. McNealy wird dem Vernehmen nach außerdem ankündigen, dass Sun seine komplette unter der Dachmarke "ONE" (Open Network Environment) zusammengefasste Anwendungs- und Infrastruktur-Software auf Linux portiert.

"Der Markt hat sich in eine Richtung entwickelt, die auch für uns einen Einstieg attraktiv macht", erklärte Produkt-Manager Bill Roth. "Linux auf Intel arbeitet in Bereichen, wo Solaris traditionell keine Rolle spielt, speziell am Edge of Network." (tc)