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LinuxWorld: SCO - ein Schlagloch auf der Linux-Straße

07.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SCO werde den Erfolg von Linux nicht beeinträchtigen, sagte Irving Wladawsky-Berger, Chef der On-Demand-Sparte von IBM, in seinem Keynote-Vortrag auf der Fachmesse LinuxWorld in San Francisco. Er gehe davon aus, dass sich das quelloffene Betriebssystem weiter im Markt etablieren werde. Es werde sich sowohl in leistungsstarken Plattformen wie Supercomputern als auch in kleinen Geräten durchsetzen, hieß es in der Rede.

Wladawsky-Berger betonte außerdem, dass IBM weiterhin eng mit der Open-Source-Gemeinde zusammenarbeiten will, um dieser Vision zum Durchbruch zu verhelfen. Damit ging er auch auf Bedenken ein, die der Open-Source-Aktivist Bruce Perens in Bezug auf Softwarepatente im Zusammenhang mit Linux äußerte (Computerwoche online berichtete).

Auf einem Analysten-Treffen im Anschluss an die Keynote waren sich die Teilnehmer zwar darüber einig, dass Wladawsky-Bergers Ausführungen angesichts des bisherigen Schweigens von IBM zu den Anschuldigen SCOs zwar unerwartet waren. Sie seien jedoch sehr vage gewesen. Zudem habe der IBM-Manager kein Wort über die Klageandrohungen gegen Linux-Anwender seitens SCO verloren. "Da war IBM extrem schweigsam", sagte George Weiss von Gartner.

Die Anwender lassen sich allerdings bislang kaum von SCOs Forderungen beeindrucken, ermittelten die Marktforscher von Evans Data (Computerwoche online berichtete). Nach Meinung von IDC-Analyst Dan Kusnetzky zeigt SCOs Vorgehen nur einen einzigen Effekt: Die Reputation des Unternehmens nimmt zunehmend ab. (lex)