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Lindows setzt sich erneut gegen Microsoft durch

17.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Lindows.com-Chef Michael Roberts darf sein Betriebssystem weiterhin unter der Bezeichnung "Lindows OS" vermarkten. Microsofts Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen das Startup-Unternehmen wegen der Ähnlichkeit des Namens zum eigenen Betriebssystem Windows lehnte ein US-Bezirksgericht ab. Richter John Coughenor bestätigte damit eine Entscheidung vom März 2002, nach der die Gültigkeit des Begriffs "Windows" als Markenzeichen in Frage zu stellen sei, da er bereits vor der Veröffentlichung der ersten Windows-Version im Zusammenhang mit grafischen Benutzerführungen verwendet worden ist (Computerwoche online berichtete). Microsoft selbst spreche vom "Windowing", um Benutzerführungen mit Fenstertechnik zu beschreiben. Dabei

verwende der Hersteller den Begriff nicht nur im Zusammenhang mit Windows.

US-Medienberichten zufolge will Microsoft trotz der Entscheidung an einer Klage gegen Lindows.com festhalten. Prozessbeobachter rechnen jedoch damit, dass die Einschätzung des Bezirksgerichts auch in der Hauptverhandlung Bestand haben wird. Der Gates-Company gehe es ohnedies weniger um die Verwechselbarkeit der Namen als darum, einen eventuellen Erfolg des auf Linux basierenden Betriebssystems zu torpedieren, meinen die Experten. Unter Lindows sollen sich neben Linux- auch Windows-Anwendungen ausführen lassen. (lex)