Lieber IBM und HP als Bayer und VW

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Europas Informatiknachwuchs zieht US-Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber vor. Deutsche Firmen sind nicht unter den Top-Ten der IT-Studenten.

Deutsche Unternehmen haben bei europäischen Informatikstudenten einen schweren Stand. Das fand das Berliner Trendence-Institut heraus, das 11.000 Studenten aus 18 europäischen Ländern für die COMPUTERWOCHE befragte. Unter den zehn Toparbeitgebern für IT-Studenten findet sich kein einziges deutsches Unternehmen

US-Unternehmen dominieren eindeutig die Liste der unter den europäischen Informatikstudenten beliebtesten Arbeitgeber (Quelle: Trendence).
US-Unternehmen dominieren eindeutig die Liste der unter den europäischen Informatikstudenten beliebtesten Arbeitgeber (Quelle: Trendence).
Foto: Trendence

Es dominieren die amerikanischen Konzerne, angeführt von IBM, Microsoft, Apple, Intel und AMD. Ebenfalls weit vorne liegen die Silicon-Valley-Firmen Sun, Cisco und Hewlett-Packard. Einziger Europäer ist Nokia auf Platz sechs, außerdem schaffte es Sony als asiatisches Unternehmen auf den neunten Rang. Immerhin sind fünf deutsche Firmen zwischen Platz zehn und 20 gelistet - angefangen mit Siemens (Platz 11), SAP (12) und BMW (13). Ebenfalls dabei sind Porsche (16) und die Fraunhofer-Gesellschaft. Im Ranking der 50 beliebtesten Arbeitgeber fehlen große Namen wie die Allianz, Deutsche Bank, Audi oder Bayer vollständig.

Bayer-CIO Andreas Resch führt das darauf zurück, dass sein Unternehmen vor allem als Aspirin-Hersteller bekannt ist und weniger als interessanter IT-Arbeitgeber. Auch Audi-CIO Klaus Straub weiß, dass der Autohersteller eher unter Ingenieuren als unter Informatikern als eine erste Adresse kursiert. Beide sind jedoch dabei, auch auf europäischer Ebene die Recruiting-Bemühungen an Hochschulen zu intensivieren. Ähnliche Pläne hegt auch SAP. Personal-Manager Steffen Laick relativiert aber, man werde auch künftig nicht nach dem Gießkannenprinzip das Hochschul-Marketing-Budget verpulvern, "wie das einige unserer Wettbewerber tun". (hk)

Eine ausführliche Berichterstattung zum Thema (inklusive der Top-20-Liste) lesen Sie hier: "Europa: Wo junge Informatiker arbeiten wollen".