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Ergebnisse: Apple, AMD, Motorola

Licht und Schatten

14.01.1999
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Ergebnisse: Apple, AMD, Motorola

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Intel, Yahoo und Seagate haben gestern Apple, AMD und Motorola ihre Quartalsergebnisse präsentiert.

Der Aufwärtstrend bei Apple hält unter der Ägide von Firmengründer und Interims-CEO Steve Jobs weiter an. Für das abgeschlossene erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Ende: 26. Dezember 1998) meldete die Firma aus Cupertino einen Nettoprofit von 152 Millionen Dollar oder 95 Cent pro Aktie. Das ist fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor (47 Millionen Dollar oder 33 Cent je Anteilschein). Ohne Berücksichtigung eines zusätzlichen Gewinns aus Aktienverkäufen (2,9 Millionen Aktien von ARM Holdings) lag das operative Einkommen immer noch bei 78 Cent pro Aktie und damit über den Erwartungen der Analysten (70 Cent pro Aktie). Den Umsatz konnte Apple um 8,4 Prozent auf 1,71 Milliarden Dollar steigern. Das Wachstum nach ausgelieferten Stückzahlen lag sogar bei 49 Prozent. Damit ist auch klar, worauf der Aufschwung zurückzuführen ist: Der Designer-Rechner iMac, mit dem zahlreiche Neukunden gewonnen werden konnten, hat die Bilanz gerettet. 55 Prozent aller im zurückliegenden Quartal verkauften Rechner waren iMacs.

Besonders bemerkenswert: Erstmals seit drei Jahren hat Apple übers Jahr eine Umsatzsteigerung erreicht. Zuletzt war dies im ersten Quartal des Geschäftsjahres 1996 der Fall.

Weniger erfreulich fiel das Resultat des vierten Quartals von Advanced Micro Devices (AMD) aus. Zwar konnte der Intel-Rivale einen Rekordumsatz von 788,8 Millionen Dollar und einen Gewinn von 22,3 Millionen Dollar oder 15 Cent vermelden, die Erwartungen der Finanzwelt wurden jedoch enttäuscht. Die Analysten hatten mit 18 Cent je Anteilschein gerechnet. Trotzdem: Sowohl gegenüber dem Defizit von neun Cent pro Aktie vor einem Jahr als auch gegenüber der Vorquartal ist das Ergebnis eine deutlich Verbesserung.

Schuld an der leichten Eintrübung sind nach Aussagen von AMD-Chef Jerry Sanders Designprobleme bei der Maske des 350-Megahertz-"K6-2". Statt wie erhofft 50 Prozent Chips oder mehr mit 350 oder mehr Megahertz zu verkaufen, entfiel nur ein gutes Drittel der Gesamtproduktion auf die High-speed-CPUs. "Das hat uns im letzten Quartal mindestens 20 Millionen Dollar Umsatz gekostet", schätzt Sanders. Damit einher ging ein durchschnittlicher Verkaufspreis von 89 Dollar statt der angestrebten 100 Dollar pro Chip.

Die wirklichen Probleme liegen denn auch im harten Wettbewerb: Intel hatte gestern erklärt, man werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, die an AMD verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen. Gleichzeitig geht dem K6-2 langsam die Luft aus. Es ist bislang unklar, ob es gelingen kann, den Nachfolger "K6-3" rechtzeitig auf die nötigen Taktraten von 500 Megahertz und darüber zu hieven. Denn Intel wird bereits zur Jahresmitte seinen Pentium III mit mehr als 500 Megahertz anbieten.

Rosiger sieht es bei Motorola in Schaumburg, Illinois, aus. Die Elektronik-Company meldete für ihr abgeschlossenes viertes Quartal bei 8,34 Milliarden Dollar Umsatz einen Profit von 159 Millionen Dollar oder 26 Cent pro Aktie, knapp über den Erwartungen der Analysten (23 Cent je Anteilschein). Ein Jahr zuvor hatte Motorola noch 321 Millionen Dollar oder 53 Cent je Aktie verdient. Danach allerdings ging es rapide bergab. Den Tiefpunkt der Entwicklung markierte das zweite Quartal 1998, in dem rund 1,3 Milliarden Mark Verluste aufliefen.

Entsprechend sieht auch die Jahresbilanz aus: Auf Basis von 29,4 Milliarden Dollar Umsatz entstand ein Nettoverlust von 962 Millionen Dollar oder 1,61 Dollar pro Aktie. Im Geschäftsjahr 1997 hatte Motorola noch einen Nettogewinn von 1,18 Milliarden Dollar oder 1,94 Dollar je Anteilschein erzielt. Das Defizit für 1998 geht fast vollständig auf das Konto von Entlassungen und Restrukturierungsmaßnahmen, die mit minus 1,95 Milliarden Dollar zu Buche schlugen. Ohne diese Sonderausgaben hätte es einen Gewinn von 347 Millionen Dollar oder 58 Cent pro Aktie gegeben.