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Liberty plant Programmstart in einem Jahr

10.09.2001
Liberty Media will die von der Telekom übernommenen Kabelnetze zwischen zehn und zwölf Milliarden Mark investieren. Für Kunden soll der Service in etwa einem Jahr ab 20 bis 30 Mark pro Monat (inklusive Dekodermiete) zur Verfügung stehen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach dem Kauf von sechs der insgesamt neun Telekom-Kabelnetze (Computerwoche online berichtete) will die US-Holding Liberty Media in rund einem Jahr in Deutschland auf Sendung gehen. Wie Liberty-President John Malone gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erklärte, rechne er damit, dass etwa noch fünf bis sechs Monate ins Land gehen werden, "um den ganzen Regulierungskram zu erledigen und den Kauf juristisch abzuwickeln". Ein weiteres halbes Jahr werde es zudem dauern, eine ausreichende Zahl von Decodern bereit zu stellen. Den Einstiegspreis für Kabelkunden bezifferte er inklusive Decoder mit "irgendwo zwischen 20 und 30 Mark." Zusammen mit seinen Partnern will Liberty Media in Deutschland insgesamt zehn bis zwölf Milliarden Mark

investieren.

Malone bestätigte zudem in einem "Focus"-Interview, dass der Vertrag mit der Deutschen Telekom Rücktrittsklauseln für beide Seiten enthält. Mit Blick auf die bevorstehende Prüfung des Deals durch das Bundeskartellamt warnte er : "Wenn wir feststellen, dass unsere Vision eines neuen Dienstleistungsbereichs an den Regulatoren und an einem unfreundlichen Klima scheitern, werden wir aus dem Vertrag aussteigen müssen." Die Behörde muss bis Anfang Oktober entscheiden, ob eine vertiefte Prüfung des Geschäfts eingeleitet wird.

Gleichzeitig wies der Liberty-Präsident Befürchtungen zurück, sein Unternehmen könnte deutsche Programme künftig aus dem Kabelfernsehen verdrängen. "Wir werden nicht in Denver entscheiden, was im deutschen Kabelfernsehen ankommt - sicher streichen wir nicht die Sender, die in Deutschland gefragt und beliebt sind". Ferner signalisierte er seine Bereitschaft, mit der Kirch-Gruppe ins Geschäft zu kommen, die einen großen Teil der deutschen Pay-TV-rechte besitzt: "Ich glaube, dass wir gemeinsam viele Probleme lösen können, die im Moment das Kabelgeschäft in Deutschland negativ beeinflussen", sagte Malone und fügte hinzu: "Kirch hat sich festgefahren, er braucht uns definitiv."