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LHS wagt sich erneut aufs Börsenparkett

05.10.2006
Jahre nach der gescheiterten Übernahme durch Sema und Schlumberger will es der Billing-Spezialist noch einmal in Eigenregie versuchen.
Nach seiner Rückkehr zu LHS bereitete Wolfgang Kroh den Börsengang des Unternehmens vor.
Nach seiner Rückkehr zu LHS bereitete Wolfgang Kroh den Börsengang des Unternehmens vor.

Das frühere Neue-Markt-Unternehmen LHS kehrt in neuem Gewand nach sechs Jahren zurück an die Börse. Der Anbieter für TK-Abrechnungssoftware peilt für den 20. Oktober eine Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse an, wie LHS am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Zu den Kunden von LHS gehören TK-Unternehmen wie Vodafone, T-Mobile oder EuroTel.

Das Softwarehaus hatte in anderer Konstellation bereits zu New-Economy-Zeiten Erfahrungen an der Börse gesammelt. Von 1997 bis 2000 war die LHS Group an der Nasdaq und am Neuen Markt notiert, wurde dann aber an das britische IT-Unternehmen Sema verkauft - für den "Mondpreis" von 4,7 Milliarden Dollar. Ein Jahr später wurde die Sema Group ihrerseits von dem US-Unternehmen Schlumberger übernommen. Die LHS-Akquisition hatte Sema finanziell überfordert. Auch Schlumberger musste sich anschließend restrukturieren: 2004 übernahmen die Beteiligungsunternehmen General Atlantic und LHS Beteiligungs AG von Schlumberger die Bereiche der Entwicklung und Wartung von Abrechnungssoftware und belebten LHS auf diese Weise neu.

Im Rahmen des aktuellen Börsengangs werden bis zu 10.454.650 Aktien angeboten, davon 4.545.5000 Stücke aus einer Kapitalerhöhung und im gleichen Umfang Aktien aus dem Eigentum der abgebenden Aktionäre. Hinzu kommt eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 1.363.650 Aktien von den Altgesellschaftern. Die Aktien können vom 16. bis 19. Oktober gezeichnet werden. Die Preisspanne soll bis spätestens am kommenden Freitag (13. Oktober) festgelegt werden. Zum Konsortium gehören die Banken Cazenove, Sal. Oppenheim und die WestLB.

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