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L&H-Gründer bleiben in Haft

03.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Gründer des inzwischen vor dem Konkurs stehenden belgischen Spracherkennungspezialisten Lernout & Hauspie (L&H), die wegen Verdachts auf Dokumentenfälschung und Aktienmanipulation in Untersuchungshaft sitzen, werden noch weitere zwei Wochen inhaftiert bleiben. Die Anwälte von Jo Lernout und Pol Hauspie erklärten, man werde nicht gegen den richterlichen Beschluss auf Haftverlängerung angehen, um die Ermittlungen nicht zu behindern. Lernout und der ebenfalls verhaftete L&H-Manager Nico Willaert sitzen in Ypern, Hauspie in Brügge ein.

Die Verhaftungen sind das jüngste Kapitel in der seit neun Monaten andauernden Skandalsaga um L&H. Das Unternehmen war durch gefälschte Bilanzen und den massiven Kurssturz seiner Aktie in eine Existenzkrise geraten und musste Gläubigerschutz beantragen. Auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche bestätigte Firmenchef Philippe Bodson die Gerüchte um den kompletten Ausverkauf des Unternehmens (Computerwoche online berichtete). Diese Maßnahme sei notwendig, um die hohen Schulden der Software-Company zu begleichen. Allerdings könnten L&H die finanziellen Mittel ausgehen, bevor Käufer gefunden sind, warnte Bodson die Aktionäre.