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L&H: 70 Prozent des Korea-Umsatzes waren fingiert

09.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell arg angeschlagene Spracherkennungsspezialist Lernout & Hauspie (L&H) wurde von seiner Korea-Einheit in großem Stil geprellt. Eine Untersuchung der neuen L&H-Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC) förderte zutage, dass rund 70 Prozent der in Korea zwischen September 1999 und Juni 2000 erwirtschafteten Einnahmen von 160 Millionen Dollar fingiert waren. In den Betrug verstrickt waren vier koreanische Banken und Joo Chul Seo, der damalige Chef der L&H-Einheit in Korea. Seo, der inzwischen gefeuert wurde, hatte dem belgischen Mutterkonzern ein rasantes Wachstum vorgetäuscht, um sich persönlich zu bereichern. Für seine scheinbar guten Leistungen hatte er im Januar 2000 einen Bonus von 25 Millionen Dollar erhalten.

L&H plant nun, gegen Seo und die an dem Betrug beteiligten koreanischen Banken gerichtlich vorzugehen. Das belgische Unternehmen war nicht nur wegen der Machenschaften in Korea sondern auch wegen gefälschter Bilanzen in die Schlagzeilen geraten. In Belgien und den USA steht der fast bankrotte Konzern inzwischen unter Gläubigerschutz.