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KPN schreibt 9,5 Milliarden Euro Miese

03.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische Carrier KPN hat im vergangenen Jahr mit minus 9,5 Milliarden Euro erneut einen hohen Nettoverlust verbucht. 2001 hatte das entsprechende Defizit 7,5 Milliarden Euro betragen. Das aktuelle Ergebnis belasteten Einmaleffekte in Höhe von 9,4 Milliarden Euro, primär aufgrund von Wertberichtigungen auf UMTS-Lizenzen sowie Goodwill-Abschreibungen. Im Schlussquartal 2002 gelang es dem TK-Konzern allerdings, einen Nettogewinn von sieben Millionen Euro zu schreiben, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 6,2 Milliarden Euro angefallen war.

Positiv fiel auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Gesamtjahr aus. So steigerte KPN den EBITDA-Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Ursache für den Zuwachs war primär eine Senkung der Betriebskosten um 11,2 Prozent, während der Umsatz um 1,6 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro zurückging. Dabei sanken die Einnahmen der Sparte Business Solutions, während die Einnahmen im Mobilfunkbereich - unter anderem dank der Konsolidierung von E-Plus ab Mitte März - um 9,5 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro kletterten. Im Festnetzgeschäft stiegen die Erlöse um zwei Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Im Schlussquartal verzeichnete KPN allerdings wieder einen leichten Zuwachs der Gesamterlöse um 0,7 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

Dank des positiven Cashflows gelang es den Niederländern, den Schuldenberg bis Jahresende von 15,7 auf 12,4 Milliarden Euro zu reduzieren. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern ein EBITDA-Wachstum um mindestens fünf Prozent, die Schulden sollen bis Ende Dezember auf 10,5 Milliarden Euro sinken. (mb)